Wenn das E-Bike das Tempo automatisch drosselt

Pick-e-Bike startet ein Pilotprojekt. Die maximale Unterstützung der Sharing-E-Bikes soll automatisch angepasst werden. Somit hätten auch Nutzerinnen und Nutzer ohne Führerschein Zugriff auf die schnellen E-Bikes.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 26.03.2024

Seit dem Ende von Smide beziehungsweise Bond ist der Bikesharing-Anbieter Picke-e-Bike der einzige in der Schweiz, der schnelle Elektrovelos im Angebot hat.

Das Unternehmen betreibt eine Flotte von rund 500 sogenannten Speedpedelecs, die eine Tretunterstützung bis 45 km/h bieten. Um ein Bike zu fahren, müssen Nutzerinnen und Nutzer darum über einen Führerschein der Kategorie M oder über einen Autoführerschein verfügen, den sie auch in die App hochladen müssen.

Schnelles E-Bike ohne Ausweis fahren

Die Führerscheinpflicht könnte künftig aber fallen. Pick-e-Bike führt in den zwei Basler Halbkantonen und in Solothurn ein Pilotprojekt durch. Wie die «Baz» berichtet, soll dieses im Juni starten und ein absolutes Novum testen: die Anpassung der maximalen Geschwindigkeit der E-Bikes per Fernzugriff.

Für Nutzer ohne Führerschein wird die Fahrzeugkategorie automatisch von «Motorfahrrad» (45 km/h) zu «Leichtmotorfahrrad» gewechselt. Die Sharingbikes unterstützen dann nur noch bis maximal 25 km/h.

Bei Pick-e-Bike hat man sich auch Gedanken dazu gemacht, wie die Elektrovelos für Aussenstehende, etwa Verkehrspolizisten unterschieden werden können. Auf dem Display der E-Bikes wird die maximale Unterstützung – 25 km/h oder 45 km/h – angezeigt. Zudem zeigt das Rücklicht bei den abgeriegelten Bikes die Zahl 25 an.

«Mit dem Aufleuchten dieser Lampe erfolgt quasi der Kategorienwechsel», zitiert die «Baz» Stephan Brode von der Baselland Transport AG BLT, die am Bikesharingunternehmen beteiligt ist.

Abgesegnetes Pilotprojekt

Laut der Baz verfügt das Pilotprojekt über die notwendige Bewilligung des Bundesamts für Strassen Astra. Die Beiteiligten erhoffen sich unter anderem auch Antwort auf die Frage, wie das Anpassen des Tempos per Fernzugriff in der Praxis funktioniert.

So wäre denkbar, Fahrzeuge wie E-Bikes oder Elektroautos in Zukunft in Tempo-30-Zonen automatisch zu drosseln. Die technischen Voraussetzungen dazu existieren bereits. Schliesslich sind nicht nur Sharingbikes, sondern auch viele andere Fahrzeuge bereits mit Trackern ausgestattet, die ihre Position lokalisieren. Bis es aber so weit ist, werden sich Juristinnen und die Politik noch mit der Frage beschäftigen müssen.  

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