Fürs Velo geht was in Schweizer Städten

Die Stadt Luzern hat mit dem Bau einer neuen Veloroute begonnen, die das Quartier Littau besser mit dem Stadtzentrum verbinden soll. Und auch in Basel, St. Gallen und Zürich wird die Infrastruktur dieses Jahr verbessert.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 05.02.2024

Luzern

Neue Veloroute zwischen Littau und dem Zentrum

Ende Januar hat die Stadt Luzern mit der Umsetzung einer neuen Veloroute begonnen. Die Bauarbeiten sollen Mitte 2025 abgeschlossen sein. Einmal fertiggestellt wird die neue Veloroute das Quartier Littau besser mit dem Stadtzentrum verbinden. Die Strecke ist laut der Stadt als Alternative zu den stark befahrenen Routen via der Bern- und Luzernerstrasse gedacht. Sie führt über die Sagenmattstrasse, die Kreuzung bei der Kanonenstrasse bis zum Unterwilrain und via Sonnen-, Blattenmoosstrasse, Grossmatte Ost und Grossmatte zur Kreuzung Matthof. Gebaut wird die Veloroute Littau nach dem Standard der Velohauptrouten. Will heissen: Für Velofahrende ist durchgehend eine Spurbreite von mindestens 3,5 Metern vorgesehen. In der Nacht sorgen LED-Lampen für genügend Sicht.

Veloweg entlang der Gleise

Für ein weiteres grosses Projekt startet im Februar die Planauflage. Die Stadt Luzern plant «eine attraktive Radwegverbindung, die es den Velofahrenden ermöglicht, den Knoten Bundesplatz zu umfahren». Die Pläne sehen einen rund vier Meter breiten Veloweg entlang der SBB-Gleise vor. Entgegen dem ersten Planungsstand soll die Route nicht für Zu-Fuss-Gehende und Radfahrende, sondern exklusiv für den Veloverkehr sein. Kommt die Verbindung zustande, könnte sie die aktuelle Lücke zwischen dem Freigleis und den Veloabstellplätzen an der Zentralstrasse sowie weiter zum Bahnhof Luzern schliessen. Mit einem Start der Bauarbeiten, die rund 12 Monate dauern sollen, ist aber nicht vor Ende des Jahres zu rechnen. 

Basel-Stadt

Stadtkanton schliess Schwachstellen im Velonetz

Viele Velopendlerinnen und -pendler, die von Basel-Landschaft zum Arbeiten oder Studieren in die Stadt radeln, benützen die Münchensteinstrasse. Die Kreuzung am Dreispitzknoten zwischen Dornacherstrasse und Wien-Strasse stellte bislang aber ein Hindernis dar. Im Zuge von Erneuerungsarbeiten nutzt das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt (BVG) die Gelegenheit, um auf der ganzen Münchensteinstrasse beidseitig durchgehende Velostreifen zu markieren. Der Dreispitzknoten wird damit entschärft. «Die durchgehenden Velostreifen entflechten Auto- und Veloverkehr und erhöhen dadurch die Verkehrssicherheit wesentlich», schreibt das BVG. Die Arbeiten sollen Ende Februar 2024 abgeschlossen sein.

Dooring-Gefahr reduzieren

Zwischen der Schwarzwaldstrasse und der Peter-Rot-Strasse in Fahrtrichtung Wettsteinplatz entsteht auf der Wettsteinallee ein neuer Velostreifen. Der bisherige ist zu schmal und führt zu nahe an geparkten Autos vorbei, was gemäss BVG «immer wieder zu gefährlichen Situationen führt». Damit Radlerinnen und Radler nicht mehr jederzeit mit sich öffnenden Autotüren rechnen müssen, weicht der alte Radstreifen einer neuen 2,4 Meter breiten Velospur. Basel-Stadt hebt dafür 32 Parkplätze auf, wodurch auch Raum für mehr Grünflächen entsteht.

Besser rund ums Joggeli

Nicht mehr in diesem Jahr, aber bis Ende 2025 sollen beim St. Jakob-Stadion im Rahmen von Sanierungsarbeiten bei Tramgleisen und Energieleitungen sichere und direkte Veloverbindungen entstehen. Die Bauarbeiten starten im Mai und sollen bis Ende des Folgejahrs abgeschlossen werden.

St. Gallen

Velovorzugsroute quer durch die Stadt

St. Gallen will innerhalb der nächsten sechs Jahre den Bau einer Velovorzugsroute vorantreiben, die die Ostschweizer Stadt von Ost nach West durchquert. Die rund 11 Kilometer lange Strecke ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die nach und nach umgesetzt werden. So ist etwa die im vergangenen Frühling eröffnete Sitterbrücke ein Teil der Verbindung. 

Die St. Galler Velovorzugsroute besteht gemäss den Plänen aus Teilstücken, die als Velobahnen geführt werden, und solchen, die auf Velostrassen verlaufen. Im Unterschied zu den Velobahnen gibt es auf den Velostrassen keine eigene Fahrspur für Fahrräder, die Velostrassen sind gegenüber Einmündungen aber vortrittsbelastet und das Nebeneinanderfahren von Velos ist ausdrücklich erlaubt.

Dieses Jahr sollen gleich zwei solche Velostrassen eröffnet werden: ein Abschnitt auf der Lagerstrasse im Frühjahr sowie einer auf der Lehnstrasse im Sommer.

Kleinere Veloprojekte als Teil des grossen Ganzen

Daneben verfolgt die Stadt verschiedene weitere kleinere Veloprojekte, wie Stefan Pfiffner vom Tiefbauamt St. Gallen auf Anfrage von Velojournal sagt. Dazu gehören unter anderem ein Radstreifen auf der Zürcher Strasse im Quartier Lachen, sowie ein kombinierter Rad- und Gehweg auf der Feldlistrassse und auf der Ostseite der Schönbüelstrasse.

Zürich

Mit vielen kleinen Schritten zum Ziel

Laut Roger Schaad vom Tiefbauamt der Stadt Zürich «verfolgt die Stadt viele kleine Verbesserungen wie die Umsetzung von Veloabstellplätzen, das Einrichten von Veloampeln und Velosäcken oder auch die Öffnung von Einbahnen für das Velo». Abgeschlossen werden soll 2024 unter anderem die Veloverbindung auf der Löwenstrasse, wo der noch fehlende Abschnitt des neuen Velostreifens im Frühjahr markiert wird.

Auf der Giesshübelstrasse wird im Lauf des Jahres eine neue Veloführung eröffnet. Und im Frühling sollen das grüne Band, das die städtischen Velovorzugsouten markiert sowie weitere Piktogramme die Fertigstellung der zweiten städtischen Velovorzugsroute im Seefeld kennzeichnen.

Einsprachen, Einsprachen

Weniger gut steht es aktuell um die weiteren geplanten Velovorzugsrouten. Die Projekte in Höngg und Schwamendingen werden gemäss Tiefbauamt vom Stadtrat Anfang des Jahres festgesetzt. Die Abschnitte Oerlikon – Affoltern, Stauffacherstrasse – Kasernenstrasse, Forchstrasse – Franklinplatz und Affoltern – Oerlikon sind gegenwärtig durch Einsprachen blockiert. Und auch gegen die geplant Velovorzugsrouten in Quartier Wollishofen hat sich Widerstand formiert.

Bern

Auf Velohauptrouten durch die Stadt

«In diesem Jahr steht vor allem die Umsetzung der nächsten Etappe der Velohauptroute Bethlehem–Brünnen ab Frühsommer 2024 im Zentrum», erläutert Stephanie Stotz von der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Bern auf Anfrage von Velojournal. Auf der Stöckackerstrasse entstehe zwischen dem beliebten Freibad Weyermannshaus, im Volksmund «Weyerli» genannt und der Murtenstrasse eine Kernfahrbahn mit breiten Velostreifen und Tempo 30. Tempo 30 gibt es laut der Stadt auch auf der Bahnstrasse, wo neu teilweise auch Velostreifen signalisiert würden. Und auf der Bümplizstrasse soll beim Knoten Waldmannstrasse die Lichtsignalanlage abgebaut und eine geschützte Veloführung hinter den Parkplätzen erreichtet werden.

Die Stadt Bern hat im Rahmen ihrer «Veloffensive» in den letzten Jahren bereits drei Velohauptrouten umgesetzt: Wankdorf–Hauptbahnhof, Eigerplatz–Köniz und Bern–Ostermundigen. Die Velohauptroute Bethlehem–Brünnen ist die vierte und seit vergangenem Jahr im Bau. Die neue Verbindung führt dereinst vom Inselplatz über zwei Routen in den Westen der Stadt Bern. Die nördliche Route verläuft entlang von Hauptstrasse und ist entsprechend direkt und schnell. Die südliche Route führt über Strassen mit weniger Verkehr.

Inselplatz mit neuer Veloführung

Bereits in der Ausführung und bis Ende Jahr fertig werden soll der Umbau des Inselplatzes. «Fürs Velo gibt es mehrere Verbesserungen wie mehr Platz und weniger Verflechtung mit dem Autoverkehr, baulich abgetrennte Radwege sowie eine Haltestellenumfahrung», so Stephanie Stotz.

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