News,
01.07.2022
Seit mindestens fünf Jahren steigt die Anzahl schwerer Unfälle mit dem E-Bike in der Schweiz. Das geht aus den Auswertungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hervor.
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01.07.2022
Im Juni 2022 veröffentlichte die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) das Sicherheitsbarometer für das Jahr 2021. Seit fünf Jahren beurteilt sie jährlich die Verkehrssicherheit für die verschiedenen Nutzungsgruppen in der Schweiz.
Insgesamt ist die Zahl der Schwerverletzten von 3793 im Jahr 2020 auf 3933 im Jahr 2021 angestiegen. 200 Personen kamen in einem Verkehrsunfall ums Leben – 27 weniger als im Vorjahr.
Am häufigsten ziehen sich nach wie vor Personen mit Motorrad schwere Verletzungen zu (1114). Dahinter folgen schwere Unfälle mit dem Velo (841), mit dem Personenwagen (803), mit dem E-Bike (548) und zu Fuss (523).
Der Grossteil dieser Zahlen bewegt sich im gleichen Bereich wie in den Jahren zuvor. Doch der Barometer bestätigt auch gewisse Trends, zum Beispiel das stetig steigende Unfallgeschehen beim boomenden E-Bike-Verkehr.
Seit 2017 hat sich die Zahl der schweren Unfälle bei dieser Mobilitätsart mehr als verdoppelt. Allerdings haben sich in der gleichen Zeitperiode auch die Elektrovelo-Verkäufe in der Schweiz mehr als verdoppelt.
Das Versicherungsunternehmen AXA befragte auf dieses Ergebnis hin 561 E-Bike- und 207 E-Trottinett-Fahrende zu ihrem Sicherheitsgefühl und ihrem Verhalten im Verkehr. Dabei gab jede zehnte Person mit E-Bike an, sich im Verkehr unsicher zu fühlen.
Rund 40 Prozent gaben an, sich über die Verkehrsregeln informiert zu haben und 80 Prozent der E-Bikenden tragen gemäss eigenen Angaben beim Fahren einen Helm und schützen sich damit vor Verletzungen.
Trotzdem appelliert die Studie zum Schluss ans Risikobewusstsein der E-Trotti- und E-Bike-Fahrenden und erwähnt die gegenseitige Rücksicht aller Verkehrsteilnehmenden nur in einem Nebensatz.
Auch die BfU zählt in ihren bisherigen Berichten Helmobligatorien für Kinder und Lenkende von langsamen E-Bikes als mögliche Massnahmen zur Unfallprävention auf.
Den grössten Risikofaktor für Unfälle stellt in ihren Berichten aber seit fünf Jahren die Unaufmerksamkeit dar. Auf Schweizer Strassen ist demnach jede dritte autolenkende Person unkonzentriert, auf dem Velo jede fünfte und zu Fuss beim Überqueren der Strasse jede zweite.
Zu den möglichen Folgen von Unaufmerksamkeit gehört etwa, dass die Geschwindigkeit von E-Bike-Fahrenden unterschätzt wird.
Entsprechend nimmt die BfU auch die anderen Verkehrsteilnehmenden in die Pflicht, insbesondere Autolenkende. Auf Tempo-30-Strecken hält sich nicht einmal jedes zweite Motorfahrzeug ans Limit.
Dabei liessen sich gemäss BfU-Direktor Stefan Siegrist durch die konsequente Einführung von Tempo 30 – auch auf Hauptverkehrsachsen – ein Drittel aller schweren Verkehrsunfälle verhindern.

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