Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
09.12.2021
Früher gab es mehr Verkehrsunfälle in der Romandie und im Tessin als in der Deutschschweiz. Die Zahl hat sich 2021 tendenziell angeglichen. Hingegen haben sich die regionalspezifischen Unfallmuster kaum verändert.
Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
09.12.2021
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU unterzog 2010 das Unfallgeschehen auf Schweizer Strassen einer ausführlichen Betrachtung. Die Analyse zeigte, dass die Art und Weise von Verkehrsunfällen je nach Sprachregion variiert. So waren damals die Romandie und das Tessin stärker von Sicherheitsproblemen im Strassenverkehr betroffen als die Deutschschweiz. Dieses Jahr hat die BfU die Studie aktualisiert. Dabei kristallisierte sich heraus, dass sich die Unterschiede zwischen den Sprachregionen abschwächen. Die Unfallursachen variieren aber weiterhin je nach Sprachregion.
Vergleicht man die beiden Jahre 2010 und 2021 lässt sich generell herauslesen, dass das Risiko für einen schweren Verkehrsunfall heute gesunken ist. Auch die Letalität, also der Anteil der Personen, die an den Folgen eines Unfallssterben, ist zurückgegangen.
Zahl der Schwerverletzten oder Getöteten pro 100.000 Einwohner in den drei Sprachregionen, 1998-2020. (Grafik: BFU)
Die Analyse zeigt aber auch auf, dass die Regionalspezifischen Ursachen für Unfälle weiterhin bestehen. In der Deutsch- und der Westschweiz spielt zum Beispiel die Geschwindigkeit noch immer eine grössere Rolle als im Tessin. Dafür ist im Tessin der Anteil der Unfälle, bei denen Alkohol mit im Spiel war, höher als in der deutschsprachigen Schweiz.
Anteil der Verkehrsteilnehmer, die bei Geschwindigkeitsüberschreitungen schwer verletzt oder getötet wurden oder Alkohol im Spiel war 1998-2000, 2008-2010 und 2018-2020 (Grafik: BfU)
Neu machen Zweiräder-Lenkerinnen und -Lenker gegenüber Autoinsassen den grösseren Anteil der schwer Verletzten bei Verkehrsunfällen aus. In der Deutschschweiz besteht diese Gruppe überwiegend aus Velo- und E-Bike-Fahrenden und in der West- und Südschweiz aus Motorradlenkerinnen und -Lenkern.
Diese Tendenz spiegelt auch die Vorlieben für zweiräderige Verkehrsmittel in der entsprechenden Region. In der Deutschschweiz lebende Personen legen im Schnitt mehr als doppelt so lange Strecken mit dem Velo zurück als die Tessinerinnen und die Romands. Auch ist der Anteil der Personen, die jeden oder fast jeden Tag Velo fahren, mit 12 % in der Deutschschweiz deutlich höher als in der übrigen Schweiz (4 %). Dafür schwingt man sich dort häufiger und länger aufs Motorrad.

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