Mehr Platz für die Kleinsten

Das Bündnis Kinder aufs Rad ruft am 24. und 25. September europaweit zum Kidical-Mass-Aktionswochenende auf. Auch einige Schweizer Städte und Pro-Velo-Verbände machen mit.

Fabian Baumann, Redaktor

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
14.09.2022

Das Konzept der Kidical Mass bedarf mittlerweile keiner grossen Erklärung mehr. Während der gemeinsamen Veloausfahrten gehört die Strasse für einmal den Kleinsten. Gemeinsam radeln sie dort, wo sonst Motorfahrzeuge dominieren. Und demonstrieren damit auf dem Velo für eine gerechtere Aufteilung der Verkehrsflächen.

«Wer sagt, dass Strassen nur für Autos da sind und nicht für Kinder?», heisst es dazu beim Aktionsbündnis Kinder aufs Rad. Denn Kinder seien nicht nur niedlich, sie bräuchten auch Rechte, die sie im Strassenverkehr schützten.

Egal ob auf dem Weg zur Schule, zum Sport, zu Freundinnen und Freunden oder zum Spielplatz – Kinder und Jugendliche sollten sich sicher und selbstständig mit dem Velo fortbewegen können, so das Bündnis.

Ein europaweites Aktionswochenende soll am 24. und 25. September diesen Forderungen Nachdruck verleihen. Bereits im Mai dieses Jahres demonstrierten mehr als 40 000 Menschen in der Schweiz, in Deutschland und 13 weiteren Ländern für kindergerechte Strassen.

Für die Kidical-Mass-Veranstaltungen im September erhofft sich das Bündnis nun eine noch breitere Teilnahme.

Verschiedene Organisationen dabei

Im Aktionsbündnis sind auch Organisationen aus der Schweiz vertreten. Neben den Pro-Velo-Regionalverbänden Baden, Genf und St. Gallen Appenzell sind etwa auch die Stiftung Be Cycling, Kidical Mass Zürich und der Verein Vélorution dabei.

In der Schweizer Landeshauptstadt findet am Aktionswochenende keine Kidical Mass unter der Ägide von Be Cycling statt, wie Aline Trede, die zusammen mit dem ehemaligen Radprofi Fabian Cancellara den Stiftungsrat präsidiert, auf Anfrage von Velojournal sagt.

Dafür hatten die Kleinsten im Rahmen des Hallo-Velo-Festivals am 11. September Gelegenheit, eine Strecke durch die Berner Altstadt unter die Räder zu nehmen.

Auch Baden verzichtet auf eine Veloparade am Aktionswochenende. Die Kidical Mass findet dort – eingebettet in lokale Aktionen zur europäischen Mobilitätswoche – am 18. September statt.

Fahrten in Basel, St. Gallen und Zürich

Eine Woche später heisst es dafür in Basel, St. Gallen und Zürich «Haaalllooo Veeelllooo!». Unter lauten Rufen werden die Jüngsten die Strassen für einmal ganz für sich haben.

«Wir finden es wichtig, dass das Velofahren für alle möglich und sicher ist. Kinder können sich im Strassenverkehr auf dem Velo oft nicht autonom und eigenständig fortbewegen, ohne sich Gefahren auszusetzen. Die Kidical Mass bringt diese Problematik auf die Strasse und zeigt sie auf», beschreibt Raffaela Hanauer, Projektleiterin bei Pro Velo beider Basel, die Motivation ihres Verbands für die Teilnahme am Aktionswochenende.

Zu den Beweggründen sagt Hanauer: «Es liegen in unseren Augen viele Vorteile darin, die verschiedenen Kidical-Mass-Bewegungen zu vernetzen und zu koordinieren. Die Mobilisierung ist einfacher, die Medienpräsenz grösser, und es können auch weitere Synergien genutzt werden. Wir können auch von anderen lernen.»

Dem Aktionsbündnis Kinder aufs Rad haben sich mehr als 250 Organisationen und Initiativen angeschlossen. Die Website hilft beim Vernetzen und gibt Tipps für das Organisieren von Kidical-Mass-Veranstaltungen.