Mit dem Velo gegen den Klimawandel

Anlässlich der Weltklimakonferenz COP27 fordern verschiedene Organisationen, das Velofahren als Alternative zur Automobilität zu stärken. Ein Bericht untermauert das Potenzial des Velos im Kampf gegen die Klimakrise.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 10.11.2022

Im Moment findet die 27. Weltklimakonferenz statt. Bis am 18. November treffen sich Politikerinnen und Entscheider aus aller Welt an der COP27 im ägyptischen Sharm el-Sheikh, um über den Klimaschutz zu diskutieren – und um darüber zu debattieren, wie dem Klimawandel effektiv begegnet werden kann.

Anlässlich der UN-Klimakonferenz haben sich verschiedene Organisationen zu Path (Partnership for Active Travel and Health) zusammengeschlossen.

Mit dabei sind etwa die europäische Velolobby ECF, Walk 21 oder das Umweltprogramm der Vereinten Nationen Unep.

Offener Brief an Klimakonferenz

Die Path-Mitglieder richten sich mit einem offenen Brief an die Teilnehmenden der Weltklimakonferenz. Darin rufen sie Städte und Regierungen dazu auf, das Velofahren und Zu-Fuss-Gehen aktiv zu fördern.

Dass mehr Menschen sich sicher zu Fuss oder mit dem Fahrrad fortbewegen könnten, sei eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen des Pariser Klimaabkommens, heisst es im Schreiben.

Veloverkehr hat enormes Potenzial

Um zu unterstreichen, wie gross das Potenzial des Veloverkehrs ist, hat Path einen Bericht vorgelegt.

Dieser besagt, dass sich Fahrten in Städten zwischen 2020 und 2050 mehr als verdoppeln werden.

Sechs von zehn dieser Fahrten sind kürzer als 5 Kilometer, ein Viertel gar kürzer als 1 Kilometer. Mehr als die Hälfte der Strecken werden mit einem Motorfahrzeug zurückgelegt.

Das Velo und in hohem Mass das E-Bike, könnten den Grossteil dieser Autofahrten jedoch ersetzen, heisst es im Bericht.

Dennoch hätten Gehen und Radfahren im Verkehrs- und Mobilitätsmix und in der allgemeinen Klimaagenda keine Priorität. Das ungeachtet der Tatsache, dass die individuelle Mobilität 27 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verursacht. Dreiviertel des CO2-Ausstosses entfallen dabei auf Motorfahrzeuge.

«Die Verbesserung der Strassenverkehrssicherheit und der Schutz unseres Planeten sowie unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens gehen Hand in Hand»

pathforwalkingcycling.com

50 Milliarden Tonnen CO2

Für den Fall, dass der Verkehr in urbanen Räumen nicht verlagert wird, zeichnet der Bericht ein düsteres Szenario. Path rechnet vor, dass der städtische Verkehr in den nächsten 30 Jahren 50'000'000'000 Tonnen CO2 verursachen wird, falls der gegenwärtige Motorisierungstrend anhält.

Umso wichtiger sei es, jetzt den Velo- und Fussverkehr in den Städten zu stärken und auszubauen. Denn Laufen und Radfahren seien die einzigen Fortbewegungsarten, die keine Treibhausgase ausstossen.

Veloinfrastruktur muss gut und sicher sein

«Die Verbesserung der Strassenverkehrssicherheit und der Schutz unseres Planeten sowie unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens gehen Hand in Hand», heisst es im Path-Bericht.

So trügen beispielsweise Temporeduktion nicht nur dazu bei, schwere Unfälle zu verringern, sondern machten auch das Velofahren und Laufen angenehmer. Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen der Fortbewegung zu Fuss oder mit dem Velo den Vorzug gegenüber dem Auto geben.

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