Test: Hasebikes «Pino Steps»

Neuheiten der Saison im Praxistest: Das Hasebikes «Pino Steps» macht Ausfahrten im Doppelpack zum Vergnügen.

Fabian Baumann, Redaktor

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
Ausprobiert, 10.05.2022

Kann ein einziges Velo einen ganzen Fuhrpark ersetzen? Ja, sagt Hasebikes und präsentiert mit dem «Pino» ein Modell, das mehrere Ansprüche zugleich erfüllen will. Bevor ich das Velo zum Test abhole, habe ich Bedenken: «Lässt es sich damit auch gut alleine fahren? Passt es in den Zug?»

Meine Bedenken zerstreuen sich fast sofort. Ohne Passagier auf dem Vordersitz fährt sich das «Pino» so leicht und flink wie ein ganz normales Velo. Und auch Zugreisen stellen kein Hindernis dar. Der Rahmen ist teleskopierbar. Mit wenigen Handgriffen – es braucht nur einen Inbus-Schlüssel – kann der Radstand verkleinert werden. Im Interregio fährt das «Pino» als gewöhnliches Velo und nicht als Tandem mit.

Kindertaxi mit Spassfaktor

Das «Pino» ist ein Blickfang. Die Kinder möchten sofort eine Runde damit drehen. Nach wenigen Minuten stehen auch die Nachbarskinder an, um als Passagiere mitzuradeln. Selbst mein Dreieinhalbjähriger schwingt sich auf den Vordersitz. Dieser bietet guten Halt, die Pedale erreicht der Kleine mit seinen 95 cm Körpergrösse aber knapp nicht.

Laut Hasebikes können auf dem Vordersitz Kinder ab einer Grösse von 1 Meter mitfahren. Das ist realistisch, wie ein Ausflug mit meiner Tochter zeigt. Zu zweit fährt es sich so leicht, dass wir im Flachen sogar gut auf die Unterstützung des Shimano-«Steps»-Motors verzichten können.

Als Pilot spürt man zwar, wenn der vordere Passagier etwas unrund mitpedalt, den Fahrspass trübt das aber kaum. Im Gegenteil. Wir pedalieren vergnügt in der Gegend herum. Geht es bergauf, hilft der E-Bike-Antrieb. Nach einem Wochenende hat die Familie das «Pino» ins Herz geschlossen und möchte es am liebsten behalten. Meine Tochter verabschiedet sich nur widerwillig von dem lustigen Testgefährt. 

Clevere Details am «Pino Steps»

Hasebikes hat bei der Konstruktion des «Pino» einen guten Job gemacht. Wie bereits erwähnt, lässt sich der Rahmen einfach in der Länge verstellen. Der vordere Rahmen gleitet reibungslos in den Hauptrahmen, die Räder bleiben in der Spur. Und die Kette wird von der Rahmenschnellverstellung aufgenommen.

Auch der Lenker lässt sich in Breite, Winkel und Höhe verstellen. Er lässt sich sogar einklappen, was den Transport des Velos im Zug, aber auch auf einem Heckveloträger erleichtert.

Praktisch auch, dass das Shimano-Display am linken Lenkerende montiert ist. Während der Fahrt sind alle wichtigen Informationen so ohne Kopfdrehen oder -senken im Blick.

Abgerundet wird das Gesamtpaket durch umfangreiches Zubehör, etwa für den Waren- und Gepäcktransport auf dem Vordersitz oder mit Taschen unter dem Liegesitz.

So viel Technik hat allerdings ihren Preis. Mit rund 10 000 Franken in der getesteten Ausführung ist das «Pino Steps» kein Schnäppchen. Verwendet man es aber tatsächlich als das Eine für alles, ist es den stolzen Anschaffungspreis wert. 

Hasebikes «Pino Steps 2022»

Rahmen: Aluminium, teleskopierbar
Gesamtlänge: 184–245 cm
Gesamtbreite: 60–80 cm (24 cm ohne Sitz, Pedale und mit eingeklapptem Lenker)
Maximale Zuladung: 225 kg
Gewicht: 33 kg
Motor: Shimano «Steps E6100», 504-Wh-Akku
Schaltung: Shimano 11-Gang-Kettenschaltung/ Microshift Lenkerend-Schalthebel und Ergogriffe
Preis: Fr. 10 058.–
hasebikes.ch