Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
E-Bike,
News,
20.08.2025
Deutschland ist der grösste E-Bike-Markt europas, doch wer kauft im Verhältnis zur Bevölkerung die meisten Elektrovelos? Eine neue Analyse zeigt überraschende Ergebnisse und enthüllt, wo die Schweiz steht.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
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20.08.2025
Eine Untersuchung aus Grossbritannien gibt Aufschluss darüber, in welchem Land am meisten E-Bikes gekauft werden. (Foto: ZVG)
Mit einem Volumen von rund 4 Millionen angelieferten Einheiten pro Jahr und einem Marktanteil für E-Bikes von über 50 Prozent ist Deutschland der grösste Absatzmarkt für E-Bikes in Europa. Aber steht der nördliche Nachbar auch dann noch an der Spitze, wenn das Marktvolumen in Relation zur Bevölkerung gesetzt ist?
Wo findet sich die Schweiz bei einer solchen Betrachtung wieder, und welche Staaten rücken in der Rangliste nach oben, wenn die Bevölkerungszahl in die Berechnung mit einfliesst? Diese Frage trieb den englischen Fachhändler Paul's Cycles um, und darum machte sich deren Geschäftsführer an die Recherche. Dabei stützte er sich wesentlich auf Zahlen des Online-Portals Statista – eine solide, aber nicht die beste Wahl.
Die Unterschiede zwischen den Schlusslichtern und Spitzenreitern sind beim Pro-Kopf-Einkauf von E-Bikes innerhalb von Europa bemerkenswert gross. (Grafik: Paul's Cycles)
Dass das Vereinigte Königreich einen der tiefsten Marktanteile für E-Bikes in Europa aufweist, ist nicht neu. Nach der Corona-Pandemie brach der Markt für Velos und E-Bikes wegen der hohen Lebenshaltungskosten nochmals ein.
Die Berechnungen von Paul's Cycles bestätigen nun das finstere Bild: Mit 2,1 verkauften E-Bikes pro 1000 Einwohnern landet das Vereinigte Königreich auf dem zweitletzten Platz. Nur in Weissrussland werden noch weniger E-Bikes verkauft. Das britische Branchenportal bikebiz.com führt drei Faktoren an, weshalb sich E-Bikes auf der Insel so schlecht verkaufen: Schlechte Infrastruktur, keine staatliche Förderung und regulatorische Unsicherheiten, die viele illegale E-Bikes auf die Strassen bringen.
Die Kombination von hoher Kaufkraft, anspruchsvoller Topographie und Kaufanreizen machen Norwegen zum E-Bike-Europameister. (Foto: ZVG)
An der Spitze der Tabelle stehen zwei skandinavische Länder – und das deutlich: Mit 36,2 verkauften E-Bikes pro 1000 Einwohnern sticht Norwegen das als Velo-Hochburg bekannte Dänemark (36,1) knapp aus.
Auf Rang Drei landet ein Land, das vor allem im Radsport von sich reden macht: In Slowenien sind der Wohlstand wie die Popularität des Velofahrens zuletzt stark angewachsen, was in der Berechnung von Paul's Cycles einen Wert von 28,9 ergibt.
Dass dies kein Ausreisser ist, zeigt das weniger reiche Nachbarland Kroatien, wo immerhin 25,1 E-Bikes pro 1000 Einwohnern verkauft wurden. Gleich dahinter folgen mit Deutschland (25,0) und Österreich (24,8) zwei Länder, die mit einem reifen E-Bike-Markt und einem Marktanteil von über 50 Prozent aufwarten können.
Trotz hoher Kaufkraft und passender Topographie liegt die Schweiz nur im Mittelfeld – wegen fehlender Kaufanreize oder Leasing-Angebote? (Foto: ZVG)
Und was ist mit der Schweiz, die Dank Anbietern wie Dolphin und Flyer oft als ein Pioniermarkt für E-Bikes abgefeiert wird? Auch bei einer Betrachtung der absoluten Zahlen fällt auf, dass der Marktanteil von E-Bikes hierzulande noch immer deutlich unter 50 Prozent liegt. Auf die Bevölkerungszahl der Schweiz hochgerechnet, ergibt dies einen Wert von 16,9 verkauften E-Bikes pro 1000 Einwohnern.
Damit liegt die Schweiz im Mittelfeld deutlich hinter Belgien und den Niederlanden, aber auch hinter Ländern wie Irland, Finnland und Schweden. An der Kaufkraft kann es kaum liegen, dass die Schweiz nicht besser positioniert ist. Eher dürfte der E-Bike-Markt seit der Corona-Pandemie an einer gewissen Übersättigung leiden.

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