Winterthur will den motorisierten Verkehr halbieren

Um das Netto-Null-Ziel bis 2040 in Winterthur zu erreichen, muss der Autoverkehr deutlich reduziert werden. Die Stadt will deshalb mit attraktiven Velo- und Busverbindungen alternative Mobilitätsformen fördern.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 27.09.2023

Studien über Winterthur und andere Städte zeigen auf, dass beim Verkehr ein Umstieg auf Elektroantriebe nicht ausreicht, um das Netto-Null-Ziel bis 2040 zu erreichen.

Deswegen setzt sich Winterthur das Ziel, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Gesamtverkehr von 42 auf 20 Prozent zu halbieren.

Viele Fahrten, die auf Stadtgebiet mit dem Auto zurückgelegt werden, sind sehr kurz. Zehn Prozent sind gar kürzer als ein Kilometer und rund die Hälfte der Fahrten nicht länger als fünf Kilometer. Für diese kurzen Distanzen möchte Winterthur sinnvolle Alternativen zum Auto bieten.

«Mit attraktiven Velorouten, Hochleistungskorridoren für Stadtbus und einem Netz von sicheren und schattigen Fussverbindungen wird der Umstieg einfach gemacht», schreibt die Stadt Winterthur in einer Medienmitteilung.

Die Fünf-Minuten-Stadt

Ein weiterer wichtiger Lösungsansatz für einen Umstieg weg vom Auto sind gute Erreichbarkeiten. In der sogenannten Fünf-Minuten-Stadt befindet sich alles, was es für den Alltag braucht in einem Radius von 500 Metern.

Winterthur möchte einen solchen Ansatz verfolgen. Denn sind die Wege zum Supermarkt, zum Hausarzt, zu Restaurants und Freizeitangeboten kurz, können Autofahrten vermieden werden. Fallen künftig alle Autofahrten unter fünf Kilometer weg, halbieren sich die Fahrten auf Stadtgebiet automatisch.

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