Schnelle Testresultate dank Velo

Die Post ist für die Massentests an Zürcher Schulen und in Firmen zu langsam. Mit dem Velo gehts schneller. Darum startete ein Pilotversuch, bei dem Velokuriere beim Einsammeln der Proben eine zentrale Rolle spielen.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 20.05.2021

Seit Ende März werden in Zürcher Schulen und Firmen Covid-19-Massentests durchgeführt. Doch die Rückwärtslogistik war unbefriedigend. Zu Beginn wurden die Proben via A-Post in die zuständigen Labore geschickt. Auf  diesem Weg dauerte es aber 24 bis 36 Stunden, bis die Testergebnisse verfügbar waren.

Darum setzt die Hirslanden-Gruppe, die vom Kanton den Auftrag für das Massentestprogramm erhalten hat, auf eine effizientere Lösung: Das Transportunternehmen Rikscha-Taxi ist verantwortlich für das Einsammeln der Coronaproben und arbeitet dafür mit dem bekannten Zürcher Velokurierdienst Veloblitz und der Swissconnect AG zusammen. Bis jetzt mit Erfolg.

Dank eines ausgeklügelten Systems sind die Proben bereits wenige Stunden nach Abholung in den Laboren. Entsprechend ist das Projekt bereits nach kurzer Zeit auf den ganzen Kanton ausgeweitet worden. Laurent Aeberli, Mitarbeiter beim Veloblitz meint:

«Das Projekt läuft mega gut und die Software der Xplanis AG funktioniert. Die Logistik liesse sich problemlos auch in anderen Städten anwenden.»

Dies bestätigt auch Michael Hauenstein, Leiter in Marketing und Verkauf der involvierten Swissconnect. Laut Hauenstein wäre das Projekt mit anderen Swissconnect-Partnern in den 20 grössten Schweizer Städten per Velo innert kürzester Zeit umsetzbar und würde auch absolut Sinn machen.

Überraschend schnell

Die Idee, denVeloblitz einzuspannen, lag auf der Hand. Schon vor der Pandemie wurde der Kurierdienst regelmässig mit dem Transport von Proben, die möglichst rasch in einem Labor ausgewertet werden müssen, betraut. Doch mit dem Grossauftrag ist das Arbeitsvolumen des Kurierdienstes quasi über Nacht um ein Drittel gewachsen.

Um die grosse Menge an zusätzlichen Fahrten bewältigen zu können, hat man beim Veloblitz deshalb fast von einem Tag auf den anderen zusätzliche 30 Stellen besetzen müssen und eine Onlineplattform für die Logistik eingerichtet. Anschliessend wurde die Stadt Zürich in sechs Teilbereiche, sogenannte Cluster, aufgeteilt, die jeweils 4 Postleitzahlen abdecken. Für jeden dieser Cluster ist eine Massentest-Kurierin oder ein -Kurier, verantwortlich der während seiner Schicht selbständig durch das Gebiet pedaliert.

«Oft sind die Unternehmen überrascht, weil fünfzehn Minuten später bereits der Kurier für die Abholung da ist.»

Laurent Aeberli, Veloblitz

Sobald die Proben bereit sind, können Unternehmen dies auf der Onlineplattform «Together we test» vermerken, was umgehend dem entsprechenden Kurier in der speziellen Logistik-App gemeldet wird. Innert zwei Stunden werden die Proben von Veloblitz abgeholt. «Oft sind die Unternehmen überrascht, weil fünfzehn Minuten später bereits der Kurier für die Abholung da ist», erzählt Laurent Aeberli nicht ohne Stolz.

Anschliessend werden die eingesammelten Proben in sogenannte Microhubs innerhalb der Cluster abgeliefert. Die in mehreren Poststellen eingerichteten Microhubs werden alle zwei Stunden von Rikscha-Taxi – einem Transportunternehmen, das mit E-Rikschas Transporte mit grösserem Volumen übernimmt – geleert.

Die Proben werden zur Rikscha-Zentrale gebracht und anschliessend an verschiedene Labore im Kanton Zürich und in Luzern weiterverteilt. Damit die Proben möglichst schnell ausgewertet werden können, wird auf die Auslastung der Labore geachtet. Bereits vier Stunden nach Abholung sind die Proben im Labor und können dort weiter bearbeitet werden.

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