Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
20.08.2024
Opium präsentiert mit dem Tiefeinsteiger «Model L» eine neue Lenkzentrale. Diese bietet mehr Möglichkeiten zur ergonomischen Feinanpassung. Entwickelt wurde die Lenkereinheit zusammen mit Radiate Engineering.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
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20.08.2024
Opium hat zusammen mit einem Schweizer Partner eine neue Lenkeinheit für das «Model L» entwickelt. (Bild: ZVG)
Die Accell Group ist einer der grössten Fahrradhersteller Europas. Zur Holding gehören zahlreiche bekannte Velomarken wie Haibike, Winora, Ghost, Koga, Lapierre oder Raleigh. Allerdings lief das Geschäft des Grosskonzerns in jüngster Zeit alles andere als rund. Die Misere kumulierte sich in einem Schuldenberg von rund 1,4 Milliarden Euro.
Aufgrund der Schieflage musste die Accell Group 2024 radikale Schritte in die Wege leiten und Stellen abbauen. Im Oktober 2024 wurde zudem ein Rekapitalisierungsplan vorgestellt, der bei den Gläubigern auf breite Zustimmung stiess.
Dieser Plan musste jedoch noch gerichtlich bestätigt werden, was Ende Januar 2025 vor einem Gericht in Grossbritannien auch erfolgte, wie die Accell Group mitteilt. Die Verschuldung des Unternehmens ist damit wie angestrebt auf rund 800 Millionen Euro gedrückt worden.
Der ausscheidende CEO Tjeerd Jegen erklärt dazu: «Der heutige Tag markiert einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen. Die Rekapitalisierung war eine Notwendigkeit, um dem Unternehmen eine neue Zukunft zu geben. Die Unterstützung, die wir erhalten haben, ist ein klarer Vertrauensbeweis für Accell und seine Mitarbeiter. Ich bin stolz darauf, dass wir dieses positive Ergebnis innerhalb des festgelegten Zeitrahmens erzielt haben, und ich möchte unserem Team, Aktionären, Kreditgebern und Beratern für ihre Unterstützung bei der erfolgreichen Abwicklung danken».
Der bereits als neuer CEO angekündigte Jonas Nilsson fügt hinzu: «Die Rekapitalisierung hat eine solide Position für die Umsetzung der ‘One Accell’-Strategie geschaffen, die durch die optimistischen langfristigen Aussichten für den Fahrradmarkt verstärkt wird. Mit erhöhter Liquidität und Flexibilität in unserer Kapitalstruktur haben wir die Möglichkeit, in unser Geschäft zu investieren, während wir das Unternehmen weiterhin in einen integrierten Gewinner verwandeln».
Die Accell Group geht davon aus, in den kommenden Jahren wieder ähnliche Gewinne erzielen zu können wie vor der Corona-Pandemie. Eine Entschuldung des Unternehmens in grossem Ausmass wird angestrebt. Mit zusätzlicher Liquidität einer bis 2030 verlängerten Laufzeit der rekapitalisierten Schulden könne der Velohersteller auf den bisherigen starken Fortschritten bei der Neugestaltung des Betriebs und der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aufbauen.
Mit der Marke Opium konzentriert sich der Schweizer Hersteller Revolt Zycling voll auf schnelle Elektrovelos mit weit fortgeschrittener Integration und Konnektivität.
Dazu kommen ein Pinion-Getriebe, ein Zahnriemen, ein kraftvoller Nabenmotor hinten und ein im Unterrohr integrierter Akku mit einer Kapazität von 1400 Wh. Nach der Premiere an der Eurobike 2022 notierte das Zürcher Unternehmen bereits Bestellungen im Wert von gegen zwei Millionen Franken, die Auslieferung der ersten Modelle begann anfangs 2023.
In diesem Jahr wurde mit dem «Model L» erstmals ein Tiefeinsteiger präsentiert – und an diesem fällt vor allem die Lenkzentrale auf, die zusammen mit dem Entwicklungsbüro Radiate Engineering erarbeitet wurde und damit eine echte Schweizer Kooperation ist.
Die neue Lenkzentrale am Opium «Model L» überzeugt mit sauberer Integration und einiger Flexibilität, um das S-Pedelec an die Vorlieben der Kundschaft anzupassen. (Bilder: ZVG)
Statt wie üblich aus einem Vorbau und einem Lenker besteht die neue Lenkzentrale, die schrittweise auch an anderen Opium-E-Bike-Modellen verbaut werden wird, aus einer Kombination von Vorbau und Lenker sowie zwei Lenkerenden, die mit dem mittleren Bauteil verbunden werden.
Diese Konstruktion erlaubt es, Lenkerenden mit unterschiedlich starker Kröpfung zu verbauen, was Einfluss auf die Distanz zwischen Sattel und Griffen und die Position der Handgelenke hat.
Zudem lässt sich die effektive Lenkerbreite zwischen 720 mm und 760 mm einzustellen und die Höhe des Lenkers lässt sich mittels Distanzringen um 60 mm variieren. Damit sollte es möglich sein, die Lenkzentrale passend für die Präferenzen der meisten Menschen einzustellen.
Die Lenkerenden werden im mittleren Bauteil geklemmt, die Kabel und Leitungen bleiben dank der unten angebrachten Abdeckung trotzdem einfach zugänglich. (Bilder: ZVG)
Oben auf dem Vorbau ist zudem eine Smartphone-Aufnahme von Quad Lock verbaut, die über eine kabellose Ladevorrichtung mit einer Leistung von 7,5 Watt verfügt. Als Option kann an dieser Aufnahme auch ein Display von Opiums Systempartner FIT verbaut werden.
Auch der Scheinwerfer von Supernova ist sauber in die neue Vorbau- und Lenkereinheit integriert, während die verschiedenen Kabel und Leitungen elegant in deren Innern verschwinden. Dabei erleichtert eine Abdeckung auf der Unterseite des Vorbaus allfällige Service- und Reparaturarbeiten.
Opiums «Model L» mit der neuen Lenkzentrale wird laut Revolt Zycling ab September in den Fachhandel rollen.

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