Fahrradbranche macht Umsatzrekorde

Mit Shimano und Garmin vermelden zwei grosse Unternehmen aus der Fahrradbranche starke Quartalszahlen. Auch Taiwans Exportwirtschaft hat kräftig zugelegt. Das Geschäft brummt wegen der hohen Nachfrage.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@gmx.ch)
News, 05.05.2021

Die grossen Player der Fahrradbranche gehören zweifellos zu den Gewinnern der globalen Covid-19-Pandemie. Davon zeugt ein globales Umsatzwachstum von mehr als 30 Prozent. Anfang des vergangenen Jahres sah es noch anders aus: Im ersten Quartal des Kalenderjahrs 2020 standen viele Produzenten in Fernost vor ernsthaften Problemen.

Nach den Ferien zum chinesischen Neujahr, die das erste Quartal zusammen mit saisonalen Effekten ohnehin zum schwächsten des Jahres für die Fahrradbranche machen, stockte das Geschäft. Reisebeschränkungen, zunächst innerhalb Chinas und dann auch in anderen Ländern in Fernost, verhindertetn, dass die industrielle Fertigung wie gewohnt wieder Fahrt aufnehmen konnte.

Vergleichbare Probleme gibt es dieses Jahr bislang nicht. Die Nachfrage nach Velos und Zubehör ist aber unverändert hoch.

Umsatz von Shimano geht durch die Decke

Wegen dieser Ausgangslage überrascht es nicht, dass der japanische Komponentengigant Shimano spektakuläre Zahlen zum ersten Quartal vorlegt: Der Umsatz der Bike-Division legte um 76,3 Prozent auf umgerechnet 866,73 Millionen Franken zu. Der Betriebsgewinn stieg gar um 170 Prozent auf 231,64 Millionen Franken.

Dagegen fiel das Wachstum der Angelsparte mit 26 Prozent geringer aus. Dadurch stiegen der Umsatz des Gesamtunternehmens um 64 Prozent und der Betriebsgewinn um 157 Prozent. Shimano verweist im Quartalsbericht auf die unverändert hohe Nachfrage in Schlüsselmärkten wie Europa und Nordamerika.

Garmin legt deutlich zu

Mit der Übernahme des Werkzeug- und Fitnesstrainer-Spezialisten Tacx hat sich Garmin von einem Navigationsspezialisten zu einem breit abgestützten Anbieter von Zubehör in der Velobranche entwickelt. Bei Garmin legte der Umsatz der Fitnesssparte im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 281,2 Millionen Franken zu – dagegen stieg der Umsatz des Gesamtunternehmens «nur» um ein Viertel auf 976,95 Millionen Franken. Ohne die Engpässe bei Halbleitern, Sensoren und Microchips hätte der Umsatz noch höher ausfallen können.

Auch der Betriebsgewinn der Fitnesssparte stieg gegenüber dem Vorjahr um 138 Prozent, während der Betriebsgewinn des Gesamtunternehmens nur um 36,6 Prozent auf  etwas mehr als 200 Millionen Franken stieg.

Taiwans Exporte ziehen an

Auch die Exportstatistik von Taiwan als einem wichtigen Herkunftsland von Velos, Teilen und Zubehör zeigt ein ähnliches Muster: Im Vergleich zum Vorjahr legten die Exporte im ersten Quartal des laufenden Jahres um knapp ein Fünftel zu – allein im März um mehr als 27 Prozent.

Ein starker Treiber waren dabei elektronische Bauteile wie Chips und Halbleiter sowie die Unterhaltungselektronik, aber auch die Velohersteller trugen ihren Teil zu den deutlich gewachsenen Exporten bei. Dank dieser Exporte legte das Bruttoinlandprodukt Taiwans im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 8 Prozent zu. Von einer Krise kann somit in Taiwan keine Rede sein: Der Wirtschaftsmotor brummt.     

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