Hitzestau auf dem Velo

In der Übergangszeit haben viele Velofahrende ein Problem: Am Morgen ist es zu kalt, am Nachmittag wegen der vielen Kleidung zu heiss auf dem Velo. Was also tun? Dr. V. Love weiss Rat.

Dr. V. Love, Velosoph (dr.v.love@velojournal.ch)
VLove, 20.03.2024

Ich fahre gern bei jedem Wetter mit dem Velo zur Arbeit. Nur habe ich in der Übergangszeit immer das Problem, dass ich mich morgens, wenn ich das Haus verlasse, warm einmummeln muss, um nachmittags quasi im T-Shirt wieder nach Hause zu radeln. Dazu kommt noch die Regenausrüstung, die wegen des wechselnden Wetters auch oft dabei sein muss. Nur um jeweils passend angezogen zu sein oder die dicken Sachen wieder verstauen zu können, schleppe ich deshalb den ganzen Tag einen grossen Rucksack mit mir herum. Ich finde das unpraktisch. Gibt es eine elegantere Lösung?

Nadja T., aus Horw

Liebe Frau Truniger

Irgendwas ist ja immer. Das gilt ganz besonders fürs Wetter. Alle klagen darüber, niemand tut etwas dagegen. Ich sehe Ihr Problem. Meinereiner löst  es ganz einfach: Ich warte damit, das eingewinterte Velo wieder aus dem Schopf zu nehmen, bis sich der von Ihnen erwähnte Übergang definitiv entschieden hat, auf angenehm warme, frühlingshafte Verhältnisse zu switchen.

Das Fahrrad ist für mich eine Art unmotorisierte Vespa. Als erklärter Schönwetter-Velofahrer halte ich das Ganzjahres-Radeln für unerspriesslich, für ein Zeichen leichter bis mittelschwerer Verbissenheit gar. Nur die Zubehörindustrie hat so richtig Freude daran.

Andererseits: Falls Sie es mir nicht nachtun wollen – wer bin ich denn, Sie davon abzubringen, auch in meteorologisch anspruchsvolleren Situationen das Velo zu wählen? 

Also. Zurück zur Vespa: In italienischen Städten sieht, hört und riecht man die flinken Motozipede und wie sie auf den Strassen wuseln oder in imposanten Reihen nebeneinander aufgereiht parkiert herumstehen. Bei den meisten sitzt auf dem Gepäckträger eine Art kleines UFO, ein Hartschalenkoffer mit Rundungen, wie von Colani designt. Dieses Top-Case dient dazu, die Motorradhelme unter Verschluss zu halten – sie immer mit sich herumzuschleppen, wäre ja doch etwas unpraktisch.

Um hier für den Schlusssprint auf die Zielgerade einzubiegen: Hören Sie auf mit dem deprimierenden Klamotten-Geschleppe. Seien Sie ruhig etwas unorthodox. Montieren Sie ein handliches Motorrad-Case auf Ihrem Gepäckträger, und Sie haben Ihren kleinen, abschliessbaren, wasserdichten Kleiderschrank immer bei sich. 

Sehr, sehr gern geschehen, Ihr Justin Case aka Dr. V. Love

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