Pete Mijnssen,
Chefredaktor
(pete.mijnssen@velojournal.ch)
Blog,
16.06.2020
Die Schweiz wacht aus dem Lockdown auf. Das Leben findet vermehrt draussen statt, auch der Verkehr nimmt zu. Und wie.
Pete Mijnssen,
Chefredaktor
(pete.mijnssen@velojournal.ch)
Blog,
16.06.2020
Da ist er also wieder, der Verkehrsstress, den wir während drei Monaten schon fast vergessen hatten. Freie Fahrt für Velos hiess es für eine kurze Zeit. So viel Rücksichtnahme seitens der motorisierten Verkehrspartner habe ich noch nie erlebt – auch Autofahrende wollten wohl nicht schuld sein, wenn andere im Spital landeten.
Natürlich gab es die Exzesse mit testosterongesteuerten Tempobolzern auf ihren Poserkarren, aber das ist primär ein polizeiliches Problem, und oftmals wohl auch ein psychisches.
Doch nun regiert wieder der ganz normale Verkehrswahnsinn. So wird es auf einer kurzen Strecke in die Innenstadt dreimal gefährlich: Einmal schneidet mir ein abbiegendes Auto den Weg ab, dann versperrt ein fetter Transporter mit Anhänger die Strasse, das dritte Mal wird mir der Vortritt verwehrt. Apropos Vortritt: Eine Velofahrerin, die ihr Smartphone studiert, statt auf die Strasse zu schauen, hätte mich auch fast übersehen ...
«Da ist er also wieder, der Verkehrsstress, den wir während drei Monaten schon fast vergessen hatten.»
Im Ausland haben Städte die Corona-Zeit dazu genutzt, Pop-up-Radwege zu bauen, Strassen zu sperren und eine neue Velo-Ära einzuläuten. In der Schweiz passiert ausser in Genf diesbezüglich – nichts. In Zürich sowieso nicht. Zwar wurden die unsäglichen mobilen vierrädrigen Werbemobile, genannt Enuus, in die Schranken gewiesen, das war es dann auch schon.
Bern kann immerhin mit seiner Velo-Offensive punkten. Die Stadt steigerte innert sechs Jahren mit einem klaren Förderungsplan den Veloanteil massiv und könnte die angepeilten 20 Prozent Anteil am Gesamtverkehr schon dieses Jahr erreichen, statt erst in zehn Jahren.
Zwar sind den meisten Städten bis zu einem gewissen Grad die Hände gebunden, wenn es um die Strassenhoheit geht. In den meisten Fällen liegt sie bei den autofreundlichen Kantonsregierungen. Aber Bern macht vor, wie man etwa auf Ausfallstrassen 2,50 Meter breite Velowege baut.
In Zürich warten wir noch immer gespannt, was die im Frühling neu angestellten VeloplanerInnen Schlaues aushecken und bald der Öffentlichkeit präsentieren. Bis dahin läuft alles wie immer (oder vor Corona). Der Gipfel des letztwöchigen Verkehrschaos fand am vergangenen Samstag statt. Während mehr als zehntausend Menschen gegen Rassismus demonstrierten, verstopften Luxuskarossen die Innenstadt, viele davon mit ausserkantonalen Kennzeichen.
Demo gegen Demo. Statt ihr Zentrum endlich zu sperren, setzt die Limmatstadt weiterhin auf freie Fahrt für freie Konsumbürger. Welcome to Zurich: Coronakrise gemeistert, Chance verpasst.

Abonnieren Sie den Velojournal-Newsletter. Als Dankeschön erhalten neue Abonnenten eine Velojournal-Ausgabe kostenlos.
Jetzt abonnieren!
16. August 2026
SlowUp Seetal
Eine Landschaft geprägt von bezaubernden Dörfern mit ländlichem Charakter, Kloster Baldegg und Schloss...
21. August 2026
Kids on Track 2026
Wolltest du schon immer eine Runde im Oval der Offenen Rennbahn in Zürich Oerlikon fahren? Bei Kids On...
29. August 2026
velotari Jurapark GRAVEL ViBES 2026
Das velotari Jurapark GRAVEL ViBES 2026 ist ein einzigartiger Gravel-Bike-Event im Herzen des Jurapark...
30. August 2026
Valiant GP Adlisberg
Der Valiant GP Adlisberg geht nach der Premiere im letzten Jahr in die zweite Runde. Gemeinsam mit der...
30. August 2026
Slowup Bodensee
Autofreier Erlebnistag am oberen Bodensee.
Zu den TerminenHaben Sie Fragen zu Ihrem Abonnement? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Aboservice und Rechnung
Velomedien AG / Velojournal
Claudia Frei
Kalkbreitestrasse 33
8003 Zürich
Telefon: +41 44 241 60 32
administration@velojournal.ch