Zürich 2040: Neue Strategie der Stadt

Die Strategie «Stadtraum und Mobilität 2040» soll der Stadt Zürich attraktive öffentliche Räume und eine effiziente, umweltschonende Mobilität bringen. Das Velo ist ein kleiner Teil davon.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velojournal.ch)
News, 11.07.2024

Die Stadt Zürich sieht sich durch den Klimawandel, das Netto-Null-Ziel wie auch durch das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum vor grosse Herausforderungen gestellt.

Gemäss einer Medienmitteilung des städtischen Tiefbauamtes vom 10. Juli werden diese Themen in der Strategie «Stadtraum und Mobilität 2024» zusammengefasst.

Die Strategie zeigt erstmals die gemeinsamen Entwicklungsziele von Stadtraum und Mobilität in der Limmatstadt auf. Das neue Handlungspapier löst die bisherigen Strategien «Stadträume Zürich» und «Stadtverkehr 2025» ab.

Stadt will viele Ziele unter einen Hut bringen

Im Zentrum der neuen Strategie steht die Multifunktionalität des Stadtraumes, der von zunehmend mehr Anspruchsgruppen geteilt werden muss. Aufenthaltsorte, Freizeit-, Sport- und Erholungsmöglichkeiten sollen gleichermassen Platz finden wie Verkehrs- und Wirtschaftsflächen.

Wie Zürich auch mit einer wachsenden Zahl an Arbeitsplätzen lebenswert bleiben soll, fasst die Strategie «Stadtraum und Mobilität 2024» in sechs Leitsätzen zusammen. Im Stadtraum soll man unter anderen «aktiv sein und Ruhe finden können» oder «die Vielfalt der Stadt und des Quartieres erleben können».

Der ÖV bleibt in Zürich Nummer eins

Zur Erreichung dieser Ziele definiert das Tiefbauamt acht übergeordnete Massnahmen. Dabei nimmt die Mobilität viel Raum ein: «Vernetzte und innovative Mobilität» soll vorangetrieben, «klimaneutrale und aktive Mobilität» soll gefördert und der Strassenraum soll «neu aufteilt» werden.

Was das für den Veloverkehr bedeutet, wird sich in der Konkretisierung der Massnahmen zeigen. Die Stadt hält aber schon heute fest, dass Sharing-Angebote sowie Multi- und Intermodalität beim ÖV, Fuss- und Veloverkehr sowie im motorisierten Individualverkehr gefördert werden soll.

Gleichzeitig soll für aktive Mobilität geworben werden und umweltschonende Antriebsformen wie auch autoarmes oder -freies Wohnen unterstützt werden.

An der Medienkonferenz wird dabei aber der öffentliche Verkehr klar ins Zentrum gerückt: «Ein attraktiver ÖV ist der Schlüssel für die Mobilität der Zukunft», erklärt Stadträtin Simone Brander und führt weiter aus, dass dies «mit einer konsequenten ÖV-Priorisierung, beispielsweise mittels Knotenbevorzugung und Eigentrassees für Tram und Bus» gelinge.

Mitwirkung

Die neue Strategie soll für alle einen Mehrwert bringen: «Bewohnerinnen, Arbeitnehmende, Unternehmen und Besucher werden auch in Zukunft von einer hohen Lebens- und Standortqualität profitieren», erklärt die Stadträtin. Deshalb werden auch «alle» in die Gestaltung des neuen Stadtraumes einbezogen.

Ein breit angelegter Mitwirkungsprozess wurde bereits im Sommer 2021 gestartet, wie auf der Website der Stadt gezeigt wird. Online haben sich 1200 Personen und vor Ort in den Quartieren weitere 800 Personen an der Partizipation beteiligt.

Die Zusammenarbeit geht bei der Umsetzung der Strategie nun in die nächste Runde. Nachbargemeinden, der Kanton und weitere Anspruchsgruppen über die Stadtgrenzen hinaus sollen einbezogen werden.

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