Wie geht es weiter mit «Ride the Alps»?

Die autofreien Tage auf Schweizer Alpenpässen sind beliebt. Nun stehen die «Ride the Alps»-Veranstaltungen aber vor einer ungewissen Zukunft. Der Hauptsponsor Ochsner Sport hat sein Engagement beendet.

Fabian Baumann, Redaktor

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 08.03.2022

Anders als etwa in Frankreich oder Italien, sind autofreie Tage an Schweizer Alpenpässen eine Seltenheit. Dass überhaupt einige Pässe temporär vom Motorfahrzeugverkehr befreit wurden, war jahrelang dem unermüdlichen Engagement von Freipass zu verdanken. Der Einsatz des Vereins wurde belohnt. Die «Freipass»-Veranstaltungen am Susten- oder am Klausenpass zogen jeweils mehrere tausend Personen an.

Nach fünf autofreien Tagen am Übergang der Kantone Glarus und Uri zog Freipass 2018 einen Schlussstrich. Damals übernahm Schweiz Tourismus das Konzept und rief zusammen mit einem Titelsponsor die «Ride the Alps»-Serie ins Leben: autofreie Tage auf verschiedenen Passstrassen. Der erste Sponsor Coop zog sich bereits nach einem Jahr zurück. 2019 übernahm Ochsner Sport als «Presenting Partner» den Lenker.

Keine Weiterführung trotz Erfolg

2021 sei die erfolgreichste «Ride the Alps»-Saison gewesen, heisst es bei Ochsner Sport. «Sieben Pässe, rekordhohe Teilnehmerzahlen, sonniges Wetter und glückliche Velofahrerinnen. Es hat sich gezeigt, dass das Konzept der Strassensperrungen für den unmotorisierten Verkehr auf grosses Interesse und Anklang bei den Schweizer Sportlerinnen und Sportlern stösst.» Aufgrund der guten Erfahrungen wolle man die Strassensperrungen für Hobbysportlerinnen auch nächstes Jahr anbieten, sagte eine Unternehmenssprecherin Ende 2021 im Gespräch mit Velojournal.

Dieses Jahr vollzog Ochsner Sport aber eine Kehrtwende. Der Sportartikelhändler verabschiedet sich als Sponsor von den autofreien Passtagen. Das Projekt werde 2022 aus strategischen Gründen nicht weitergeführt, schreibt Ochsner Sport in einer Stellungnahme, die Velojournal vorliegt. Der Bike-Bereich bleibe ein wichtiger Pfeiler des Unternehmens und es würden neue strategische Massnahmen erarbeitet.

«Eine Fortsetzung der Serie oder eine Sponsorensuche erneut durch Schweiz Tourismus ist derzeit nicht geplant.»

Liên Burkard, Schweiz Tourismus

Gibt es 2022 autofreie Tage auf Schweizer Passstrassen?

Eine Weiterführung der «Ride the Alps»-Veranstaltungen durch Schweiz Tourismus ist nicht vorgesehen. Gegenüber Velojournal sagt Liên Burkard von der Medienstelle: «Schweiz Tourismus entwickelt innovative, touristische Produkte, die das Gästeerlebnis und die Bedürfnisse ins Zentrum stellen. Langfristig ist dabei immer das Ziel, dass solche Produkte später von den touristischen Leistungsträgern weitergeführt werden können. So beispielsweise bei ‚Ride the Alps‛. Mit Ochsner Sport konnte ein Branchenpartner gefunden werden, der diese Serie übernehmen und mehrere Jahre weiterführen konnte. Eine Fortsetzung der Serie oder eine Sponsorensuche erneut durch Schweiz Tourismus ist derzeit nicht geplant.» 

Die Pressestelle von Ochsner Sport teilt Velojournal aber mit, dass die Marke «Ride the Alps» von der R&D Cycling weitergeführt werde. Das Walliser Unternehmen veranstalte seit einigen Jahren das bekannte Radrennen Tour de Stations und sei 2021 auf drei Pässen bei der Organisation von «Ride the Alps» beteiligt gewesen. «Es ist für uns eine grosse Freude, dass Ride the Alps in unserem Sinne weitergeführt wird», so die Pressestelle.

Passtage im Wallis

Möglichkeiten, zusammen mit Gleichgesinnten einen Alpenpass unter die Räder zu nehmen, bieten sich dieses Jahr also im Wallis. Auf Anfrage von Velojournal bestätigt Anthony Vollenweider von R&D Cycling fünf Termine zwischen Sommer und Herbst.

  • 05.06.2022 Moosalp (start in Stalden)
  • 24.06.2022 Sanetsch (start in Sion)
  • 25.06.2022 Tseuzier (start in Sion)
  • 26.06.2022 Dixence (start in Sion)
  • 11.09.2022 Nufenen (start in Ulrichen)

Die Webseite liste derzeit noch anderen Daten auf, sagt Vollenweider. Diese würden demnächst aber noch korrigiert.

Update: 08.03.22

 

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