Wenn das Festival mit dem Velo anreist

Nicht vereinzelte Zuschauer, sondern die ganze Bühne reist per Velo an. Das Schweizer Musikprojekt Cycloton zeigt, dass Konzerte auch ohne Motorfahrzeuge funktionieren.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velojournal.ch)
14.07.2026

Die Karawane von Cycloton reist über zwei Wochen quer durch die Südschweiz per Velo von Ort zu Ort. Instrumenten, Tonanlage und Bühnentechnik werden in Anhängern gezogen. Sogar der Strom für die Konzerte entsteht vor Ort durch Muskelkraft. Zwei Velos mit Generatoren versorgen die Beschallungsanlage mit Energie.

Vom Tessin bis in den Kanton Fribourg

Die Cycloton-Tour führt diesen Sommer von drei Stationen im Tessin über das Goms bis in die Westschweiz und macht unter anderem Halt in Bellinzona, Sion und Vevey. Gespielt wird jeweils unter freiem Himmel auf öffentlichen Plätzen, oft ergänzt durch Verpflegung, Mitmachangebote oder Workshops. Beim Halt in Naters konnten Kinder beispielsweise aus Recyclingmaterialien eigene Musikinstrumente bauen.

Musikalisch ist das Programm bewusst vielfältig und familienfreundlich. Auf der Bühne stehen unter anderem Folk-, Jazz-, Rock-, Klassik- und Weltmusikformationen. Je nach Konzert kommen Instrumente wie Kontrabass, Schlagzeug, Akkordeon, Saxofon oder Klarinette zum Einsatz, alles per Velo transportiert.

Ganz ohne Dieselgenerator und Netzanschluss

Hinter Cycloton stehen die Musikerin Béatrice Graf und der Musiker Bernhard Zitz. Ihr Ziel ist es, Kultur, nachhaltige Mobilität und Begegnungen im öffentlichen Raum miteinander zu verbinden. Die eigens entwickelte «Cyclotone», eine mobile, velobetriebene Konzertanlage, entstand bereits 2012 und wurde seither laufend weiterentwickelt. Heute lassen sich damit Konzerte für mehrere Hundert Besucherinnen und Besucher realisieren, ganz ohne Dieselgenerator oder Netzanschluss.

Diesen Sommer ist Cycloton noch bis zum 24. Juli unterwegs und begrüsst Gross und Klein zum Mitpedalieren, -summen und -tanzen.

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