Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
16.06.2021
In Fernost steigen die Covid-19-Infektionen an. Während die Fertigung in Taiwan kaum beeinträchtigt ist, ist die Seefracht wieder gestört. Und Teile-Gigant Shimano muss eine Fabrik in Malaysia wochenlang schliessen.
Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
16.06.2021
Während die Industriestaaten des Westens auf Schutzimpfungen setzen, um einen Weg aus der Covid-19-Pandemie und zurück zu einer gewissen Normalität zu finden, ging man in Fernost lange andere Wege: Nach ersten Ausbrüchen im Frühjahr 2020 sorgten rigorose Massnahmen wie Reisebeschränkungen dafür, dass die Infektionszahlen und die Folgen für den Alltag überschaubar blieben.
Aber seit Mai 2021 werden aus Fernost neue Infektionswellen gemeldet – von Vietnam über Kambodscha und China bis nach Taiwan, wo seit 18. Mai die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen ist und damit strengere Regeln als in der Schweiz gelten.
Weit und breit kein Schiff in Sicht: Mit der Schliessung des Hafens von Yantian hat die Volksrepublik China die Seefracht weiter in Schieflage gebracht. (Bild: alltrack.org)
Eine Umfrage des Fachmagazins Cyclinfo bei verschiedenen Marktakteuren in Taiwan ergab, dass Unternehmen wie Sram und Kind Shock ihre Fertigung auch unter Beachtung von Schutzkonzepten unvermindert aufrechterhalten können. Die grösste Herausforderung liegt laut Branchenkennern in Taiwan nach wie vor bei der Seefracht und der Tatsache, dass Platz auf den Schiffen Mangelware ist und dass Container oft nicht dort stehen, wo sie benötigt werden.
Dass China den Hafen von Yantian, gleich neben Hong Kong und Shenzhen gelegen, wegen neuen Covid-19-Ausbrüchen für einen Monat geschlossen hat, wird die Lage weiter verschärfen: Viele Güter müssen nun auf dem Landweg nach Shanghai transportiert und von dort aus verschifft werden.
Ein Blick in die Fabrik von Shimano in Malaysia, die auf Geheiss der Regierung bis mindestens am 28. Juni geschlossen bleiben muss. (Foto: ZVG)
Nochmals härter hat es den Komponenten-Marktführer Shimano getroffen. Und das inmitten einer Situation, die ohnehin schon von Warenknappheit und langen Lieferzeiten geprägt ist: Wegen Coivd-19-Ausbrüchen musste die Kapazität einer wichtigen Fabrik in Malaysia zunächst auf 60 Prozent reduziert werden. Als die Anzahl der Ansteckungen in Malaysia nicht so schnell wie erwünscht abnahm, ergriff die Regierung härtere Massnahmen.
Wie Shimano in einem Schreiben an Kunden erklärt, muss das Werk in Malaysia darum bis mindestens 28. Juni geschlossen bleiben. Dort werden vor allem die Volumengruppen «Deore», «Alivio» und «Acera» produziert. In Malaysia stellt Shimano ausserdem sämtliche Laufräder, Pedale und Scheibenbremsen her.

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