Veloverkäufe in Österreich auf Rekordniveau

Auch in Österreich überstieg die Nachfrage nach Velos im vergangenen Jahr die am Markt verfügbare Handelsware. Dank höherem Durchschnittspreis stieg das Umsatzvolumen 2021 dennoch auf eine neue Rekordmarke.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 22.04.2022

Bei den vom Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ) erhobenen Marktdaten handelt es sich um Sell-in-Zahlen. Diese bilden ab, wie grosse Stückzahlen an den Velofachhandel und Sportartikelhandel geliefert wurden.

Mit Bezug auf das Marktvolumen zeigt sich für 2021 wenig überraschend das gleiche Muster wie in der Schweiz und in Deutschland: Wegen Problemen in den Zulieferketten konnten die Rekordzahlen aus dem Vorjahr nicht ganz gehalten werden.

Bei den verkauften Stückzahlen resultierte Ende 2021 ein knappes Minus von weniger als zwei Prozent.

Stagnation bei den Einheiten, Wachstum beim Umsatz

Zugleich legte der mit dem Verkauf von Velos und E-Bikes erzielte Umsatz gegenüber dem Vorjahr nochmals um satte 17 Prozent zu und übertraf erstmals überhaupt die Marke von einer Milliarde Euro.

Dies war nur möglich, weil der Durchschnittspreis pro verkauftem Velo und E-Bike gegenüber 2020 gar um 18.4 Prozent von EUR 1770 auf EUR 2095 anstieg.

Einen wesentlichen Anteil daran hatten E-Bikes: Diese erreichen in Österreich inzwischen einen Marktanteil von 45 Prozent. Ende 2020 lag dieser Wert noch bei 41 Prozent.

Bei den Verkäufen von Modellen für Erwachsene beträgt der Marktanteil gar 55 Prozent. Damit liegt Österreich deutlich vor Deutschland und der Schweiz.

Marktanteil der E-Bikes steigt weiter

Wie in der Schweiz wurde auch in Österreich nur bei konventionellen Velos ein leichter Rückgang des Marktvolumens beobachtet, während der Absatz von E-Bikes weiter zulegte.

Als Kategorien mit einer besonders dynamischen Entwicklung der Absätze fallen drei Segmente besonders auf: Erstens Lastenvelos, deren Kauf in Österreich weiterhin mit einer Prämie von 1000 Euro gefördert wird.

Zweitens Kinder- und Jugendräder, was mit dem geänderten Freizeitverhalten inmitten der Pandemie und Familien, die ihre Ferien auf dem Velo im Inland verbringen, erklärt werden kann.

Und drittens robuste, geländegängige Rennvelos mit oder ohne Hilfsantrieb, auch als Gravelbikes bekannt.

Angespannte Versorgungslage als Hauptsorge

Zur Grösse der Velobranche in Österreich gibt der Jahresbericht des VSSÖ ebenfalls Auskunft. So beschäftigen Velos produzierende Betriebe wie KTM und Simplon in der Donaurepublik rund 1000 Menschen.

Dazu kommen nochmals zwischen 7000 und 8000 Beschäftigte im Velofachhandel und im Sportartikelhandel, die der VSSÖ dem Thema Velo zuordnet. Zudem sei die Bedeutung des Velotourismus in den beiden Pandemiejahren klar gestiegen.

Für 2022 erwartet der VSSÖ noch keine Entspannung bei der Versorgung mit Handelsware: Covid-Ausbrüche in Fernost und damit verbundene Einschränkungen für Produzenten sowie der Krieg Russlands gegen die Ukraine sind die Gründe.

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