Umweltbildung entlang dreier Alpenflüsse

Ende Juli radelten rund fünfzig Jugendliche dem Rhein, dem Inn und dem Lech entlang durch insgesamt vier Länder. Durchgeführt wurden die Touren im Rahmen des Projekts Mobilität Velo (Move).

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Céline Schwarz, Autor (celine.schwarz@velojournal.ch)
News, 10.08.2022

Die Alpenkonvention ist das weltweit erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zum Schutz des Alpenraums. Sie bezieht sich auf ein Gebiet, das 43 Regionen und 5800 Gemeinden umfasst und von rund 13 Millionen Menschen bewohnt wird.

Klimaschutz im Zentrum

2021 und 2022 hat die Schweiz unter Federführung des Bundesamts für Raumentwicklung ARE den Vorsitz der Konvention inne. Für diese Zeit setzte sie sich drei Schwerpunkte: Sie will nachhaltiges Bauen und Sanieren im Alpenraum fördern, sich für nachhaltige Verkehrsmittel einsetzen und untersuchen, wie sich Alpenstädte mit raumplanerischen Massnahmen an den Klimawandel anpassen können.

Die Zukunft des Alpenverkehrs

Zur Förderung klimafreundlicher Verkehrsmittel im Alpenraum führt das ARE verschiedene Veranstaltungen durch, unter anderem das Projekt Mobilität Velo (Move). Teil davon sind Velotouren durch mehrere Alpenstaaten inklusive informativer Exkursionen, die Jugendlichen aufzeigen, dass der Schutz von Alpenflüssen auf grenzüberschreitender Zusammenarbeit beruht. «Ziel ist es, die junge Generation für die Bedeutung alpiner Ökosysteme und für nachhaltige Mobilität in den Alpen zu sensibilisieren», schreibt das ARE.

Fünfzig Jugendliche auf dem Velo

Das Angebot wurde 2021 bereits ein erstes Mal erfolgreich durchgeführt. 80 Jugendliche fuhren mit dem Velo im Engadin, im Tirol und in Bayern dem Inn entlang. 

Diesen Sommer fanden zusätzlich zwei Touren am Alpenrhein und am Lech statt.

50 Teilnehmende im Alter von 12 bis 16 Jahren hatten gemeinsam eine Wanderung zur Dreifach-Wasserscheide am Pass Lunghin unternommen, bevor sie in drei Richtungen ausströmten.

Die eine Tour startete am Alpenrhein in Landquart und führte über Vaduz und Ruggell nach Lustenau. Die zweite Truppe fuhr entlang des Lechs durchs österreichische Lechtal bis zur Mündung des Flusses in die Donau. Eine dritte Gruppe legte die Strecke von Innsbruck nach Rosenheim zurück. Während den Touren, die drei bis sechs Tage dauerten, brachten Expertinnen und Experten den Teilnehmenden gewässerökologische Aspekte näher.

Positive Resonanz

Obwohl die Mehrheit der Teilnehmenden auch in ihrer Freizeit Velo fährt, war es für sie neu, an einer mehrtägigen Tour teilzunehmen, wie Carole Rageth vom ARE auf Nachfrage von Velojournal mitteilt. «Viele sind durchs Interesse am Velofahren auf das Angebot aufmerksam geworden.» Bei der Alpenrhein-Tour, bei der Rageth als Begleitperson mit dabei war, streuten die Organisierenden das Angebot vor allem in lokalen Zeitungen, an Schulen, an einem Slowup und in Jugendverbänden wie der Pfadi.

«Die Mehrheit der Teilnehmenden würde nächstes Jahr wieder mitmachen, falls es ein ähnliches Angebot gibt», sagt Carole Rageth.

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