Steht dem Velomarkt eine Bereinigung bevor?

Der Fahrradindustrie-Verband WBIA erwartet für das kommende Jahr eine Bereinigung des Marktes. Die Organisation mit Sitz in Genf ist dennoch davon überzeugt, dass der Velobranche guten Zeiten bevorstehen.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 28.11.2022

Die World Bicycle Association (WBIA) ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen der weltweiten Fahrradindustrie. Die Vereinigung hat ihren Sitz in Genf und vertritt die Interessen der E-Bike-, Velo- und Komponentenhersteller gegenüber den Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Ende Oktober hat der Veloindustrieverband seine jährliche Generalversammlung abgehalten. Die Delegierten der WBIA tauschten sich über die vergangenen zwei Jahre aus, die einerseits von hoher Nachfrage, anderseits aber auch von Lieferstopps und unterbrochenen Lieferketten geprägt waren.

WBIA erwartet Marktbereinigung

Was die Marktentwicklung betrifft, zeigten sich die Delegierten insgesamt zuversichtlich. Angesichts der vollen Lager bei Herstellern und Händler und der sich weiterhin abkühlenden Konsumentenstimmung warnt die WBIA aber davor, bereits heute die Sektkorken knallen zu lassen. 

Der Weltverband der Veloindustrie weist darauf hin, dass für 2023 eine «gewisse Marktbereinigung» zu erwarten sei, die mit einer Abkühlung des Wachstums einhergehe.

«Wir wissen, dass das nächste Jahr für die Fahrradindustrie angesichts der Energiekrise und der schwierigen geopolitischen Lage schwierig werden könnte.»

Gerhard Büchel, WBIA-Präsident

Dazu sagte WBIA-Präsident Erhard Büchel: «Wir wissen, dass das nächste Jahr für die Fahrradindustrie angesichts der Energiekrise und der schwierigen geopolitischen Lage schwierig werden könnte. Wir sehen jedoch ein enormes Interesse am Velofahren – und das wird nicht verschwinden. Ich bin daher sehr optimistisch, was die Aussichten der Fahrradindustrie angeht.»

Wegbereiter für das Velo

Neben der Marktentwicklung war auch die Mitarbeit der WBIA in internationalen Gremien wie den Vereinten Nationen ein Thema. Der Verband betont in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, das Aufkommen neuer Fortbewegungsmittel wie E-Scooter innerhalb des UN-Regelungsrahmens zu behandeln.

Man wolle sich insbesondere dafür stark machen, dass Velos klar von solchen Gefährten unterschieden werden.

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