Pro Velo Wallis fordert Ausbau der kantonalen Veloroute

Seit 30 Jahren führt die kantonale Velohauptroute durch das Rhonetal. Zu diesem Jubiläum fordert Pro Velo Wallis bessere Beläge, einen durchgehenden Winterdienst und den zusätzlichen Ausbau.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velojournal.ch)
News, 01.09.2026

Die kantonale Velohauptroute entlang der Rhone feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Für Pro Velo Wallis ist das Jubiläum Anlass, nicht nur zurück-, sondern vor allem vorauszublicken. Der Verband bezeichnet die Verbindung als Rückgrat des Veloverkehrs im Rhonetal und fordert, die bestehende Strecke besser zu unterhalten und gleichzeitig den Aufbau eines flächendeckenden kantonalen Velonetzes voranzutreiben.

Bei der bestehenden Route sieht Pro Velo Wallis insbesondere beim Unterhalt Verbesserungspotenzial. Beschädigte Beläge und Wurzelschäden sollen saniert und die noch nicht asphaltierten Abschnitte befestigt werden. Zudem fordert der Verband einen durchgehenden Winterdienst sowie eine bessere Signalisation bei Baustellen und an Stellen, an denen die Route durch Ortschaften führt. Aktuell sind gemäss dem Verband in den Wintermonaten gewisse Streckenabschnitte der Veloroute nicht passierbar und glichen einer «Eisbahn» (siehe Bild).

Ein weiteres Problem sieht Pro Velo Wallis bei der Anbindung der Gemeinden. Verschiedene Ortschaften in der Rhoneebene lägen zwar nur wenige hundert Meter von der Hauptroute entfernt, verfügten aber über keine sichere und direkte Verbindung dorthin.

Der Kanton plant ein grösseres Netz

Die Forderung nach einem zusammenhängenden Netz trifft auf laufende Planungen des Kantons. Der Walliser Staatsrat verabschiedete Anfang 2024 die «Kantonale Strategie Langsamverkehr 2040». Eines ihrer Ziele ist, den Anteil des Langsamverkehrs an den täglich zurückgelegten Distanzen von 5 auf 15 Prozent zu erhöhen. 

Ein zentraler Bestandteil der Strategie sind sichere, durchgängige und attraktive Routennetze. Der Kanton arbeitet dazu gemeinsam mit den Gemeinden an sogenannten Sektorplänen. Damit soll unter anderem festgelegt werden, welche Strassen Teil der Alltagsvelonetze von kantonalem und regionalem Interesse werden und wo Verbesserungen an der Infrastruktur notwendig sind.

Erste Projekte werden bereits umgesetzt. Laut dem Jahresbericht des Kantons wurde 2025 beispielsweise die Sektorplanstudie für die Region Monthey abgeschlossen. Zudem wurden zwei Projekte bewilligt, mit denen der nördliche Rhonedamm zwischen Sitten und Uvrier asphaltiert werden kann. 

«Die Erfolgsgeschichte weiterführen»

Pro Velo Wallis geht dieser Ausbau jedoch nicht schnell genug. Der Verband fordert die Gemeinden auf, die Umsetzung des kantonalen Netzes zu beschleunigen. Eine einzelne attraktive Hauptroute reiche für den Alltagsverkehr nicht aus. Nötig sei ein zusammenhängendes Netz mit sicheren Verbindungen zwischen Wohnorten, Arbeitsplätzen und der bestehenden Hauptroute. Pro Velo Wallis erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Wallis zwar ein Bergkanton ist, 70% der Bevölkerung jedoch in der Ebene lebt und arbeitet und knapp 50% der Autofahrten weniger als 5 km lang seien.

«Dieses Jubiläum zeigt, dass die Bevölkerung ein qualitativ hochwertiges Angebot annimmt, wenn eine gute Infrastruktur zur Verfügung steht», sagt Alexandre Bagnoud, Präsident von Pro Velo Wallis gegenüber der «Walliser Zeitung». Nun gelte es, die Hauptroute weiter zu verbessern und gleichzeitig die Umsetzung des kantonalen Velonetzes in jeder Gemeinde zu beschleunigen.

 

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