Im Wallis leuchtet der Radstreifen

Es ist eine Neuheit in der Schweiz. Der Kanton Wallis testet einen leuchtenden Velostreifen. Dieser bringt Licht ins Dunkel und erhöht die Sicherheit von Velofahrenden auf der Strasse.

Fabian Baumann, Redaktor

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 06.01.2022

Der Kanton Wallis testet auf einer einen Kilometer langen Versuchsstrecke einen leuchtenden Velostreifen. Der Abschnitt befindet sich auf der Kantonsstrasse zwischen Vouvry und Vionnaz, wo es keine Strassenbeleuchtung gibt.

Die Farbe des Radstreifens kann Tageslicht speichern, das bei Dunkelheit wieder abgegeben wird. Das gleiche Prinzip kennt man auch von fluoreszierenden Sternen, die in vielen Kinderzimmern hängen und das Nachtlicht ersetzen. Laut dem Kanton Wallis genügen wenige Minuten Licht pro Tag, um den Velostreifen bei Dunkelheit für bis zu zehn Stunden erstrahlen zu lassen.

Der leuchtende Velostreifen soll das Velolicht natürlich nicht ersetzen, sondern ergänzen. Beim Eindunkeln sieht man dank der Lichtfarbe rund 80 Meter weit, berichtet srf.ch. Und bei völliger Dunkelheit beträgt die Sicht immer noch gut 30 Meter und damit mehr als mit einem günstigen Velolicht.

Die Versuchsstrecke wurde nicht zufällig gewählt. Sie sei repräsentativ für Orte, an denen Personen auf dem Fahrrad Mühe haben, die Strecke bei Dunkelheit gut zu erkennen, heisst es aus dem Wallis. Während der einjährigen Testphase wird nun eruiert, ob der Streifen die Sicherheit der Radfahrenden erhöht und ob er mit der Zeit an Leuchtkraft verliert. Mit an Bord ist auch das Bundesamt für Strassen Astra, das sich für die Ergebnisse interessiert und den Test bewilligt hat.

Sébastien Terrattaz, Ingenieur beim Department für Mobilität des Kantons Wallis, sieht in der Leuchtfarbe viele Vorteile vereint. Sie könne einfach auf dem Asphalt aufgemalt werden und sei im Vergleich zum Sicherheitsgewinn nicht viel teurer als herkömmliche Strassenmarkierungen. Zudem trage der fluoreszierende Veloweg dazu bei, Lichtverschmutzung zu vermeiden, weil keine umfangreiche Strassenbeleuchtung notwendig sei.

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