Pierer Mobility: Österreichischer Velohersteller sieht rot

Die Velobranche befindet sich in turbulenten Zeiten. Mit Pierer Mobility äussert sich der Hersteller bekannter E-Bike-Marken wie Gusgus oder Husqvarna zum laufenden Geschäftsjahr. Das Unternehmen rechnet mit Verlust.

Laurens van Rooijen, Autor

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 19.06.2024

Das Geschäft mit Fahrrädern und Motorrädern ist aktuell gleichermassen herausfordernd. Als börsennotiertes Unternehmen gab der Motorrad- und E-Bike-Hersteller Pierer Mobility Anfang Woche eine Information zur erwarteten Geschäftsentwicklung für das Jahr 2024 heraus.

Das Unternehmen rechnet mit sinkenden Umsätzen im Geschäftsjahr 2024 und kündigt gleichzeitig für das Geschäft mit E-Bikes ein negatives operatives Ergebnis (Gewinn vor Steuern, EBIT) an. Konkret gehen die Österreicher für das Geschäftsjahr 2024 von einem Verlust in der Höhe von 110 bis 130 Millionen Euro aus. Begründet wird diese Entwicklung mit ausserordentlichen Abwertungen und Restrukturierungen.

Corona hallt nach

In der Mitteilung heisst es: «Während der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage nach Fahrrädern rasant an, was zu einer Überhitzung am Fahrradmarkt und Verwerfungen in der gesamten Lieferkette führte. Als Ergebnis daraus erreichten die eigenen Lagerbestände und die der Lieferanten und Händler Höchststände. Die Rückführung dieser Bestände auf ein Normalniveau dauert bei gleichzeitig massivem Druck auf die Verkaufspreise weiter an».

Der E-Bike-Hersteller rechnet damit, dass der Abbau der Lagerbestände noch rund ein Jahr dauern wird. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet der Vorstand aufgrund der Marktentwicklung einen Umsatzrückgang im Ausmass von 10 bis 15 Prozent für die beiden Segmente Motorrad und Fahrrad. Für 2023 hatte Pierer Mobility noch ein robustes Wachstum für die Velosparte ausgewiesen.

Einsparungen kosten Arbeitsplätze

Im Motorradbereich geht der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr davon aus, dass die im Dezember 2023 angekündigten und bereits eingeleiteten Kosteneinsparungen die negativen Auswirkungen des rückläufigen Absatzes dahingehend kompensieren können, dass ein ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis vor Steuern erwirtschaftet werden kann.

Um Kosten zu sparen, will Pierer auch Personal entlassen. Bis Ende Jahr sollen ganze 900 Stellen gestrichen werden – vor allem in Österreich. Die Velo- und E-Bike-Sparte Pierer New Mobility hatte sich nach einem raschen Wachstum durch Zukäufe zuletzt auch von den Marken Felt und R Raymon getrennt.

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