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08.07.2025
Trotz des Fehlens grosser Player bot die Eurobike 2024 spannende Neuheiten: Von Gardners High-End E-MTBs über Stableads Federungstechnologien bis hin zu Tourellys superleichten Pedalen – die Messe präsentierte Premieren.
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08.07.2025
Velojournal hat an der Eurobike einige Weltpremieren entdeckt. (Foto: Laurens van Rooijen)
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Es war vor allem etwas, das zunächst auffällig an der diesjährigen Eurobike war: Das Fehlen mehrerer grosser Akteure auf der Austellerliste der globalen Leitmesse der Velobranche. Nicht dabei waren etwa Sram und Fox, PON.Bike, die Accell Group, die ZEG mit ihren bekannten Marken Bulls, Pegasus und Flyer sowie der Schweizer E-Bike-Hersteller Stromer.
Das liess im wörtlichen Sinn Raum für andere Anbieter. Prompt gehörten in den grossen Messehallen 11 und 12 auch asiatische Firmen, die sonst eher als Teil der Lieferkette funktionieren und im Hintergrund bleiben, zu den Ausstellern. Bei genauem Hinsehen gab es einige echte Weltpremieren zu entdecken – und das nicht nur bei Produkten und Komponenten wie elektronischen Schaltungen aus China. Mehrere Marken wählten die grosse Bühne der Eurobike für ihren ersten offiziellen Auftritt.
Mit 13 Jahren baute Wayne Gardner erstmals ein «Fully» – im Schuppen und mit Trennscheibe und Schweissgerät. Seine E-Mountainbikes heute sind einiges ausgeklügelter. (Fotos: Laurens van Rooijen, ZVG)
Ein Beispiel dafür ist Gardner87. Hinter dieser Marke steckt die Motorrad-Legende Wayne Gardner. Der Australier wohnt inzwischen in Monaco und hat sich in die Entwicklung von E-Mountainbikes eingebracht, die um den neuen «PW-X4»-Motor von Yamaha herum konstruiert wurden. Diese kommen in limitierter Auflage für Preise deutlich über 20'000 Euro auf den Markt.
Von der Rutschplatte aus gelochtem Metallblech unter dem Motor über den Hinterbau und den Sitzdom bis zum sauber in Steuerrohr integrierten Vorbau von Renthal können diese E-Mountainbike viel Motorrad-DNA vorzeigen. Wayne Gardner liess es sich nicht nehmen, im Motorrad-Kombi Präsenz am Stand von Yamaha zu markieren und über die Überlegungen hinter seinen E-Mountainbikes zu sprechen.
Stablead zielt auf den Premium-Markt, lässt das Erstausrüstungsgeschäft komplett sein und verkauft Teile und Komponenten exklusiv über den eigenen Webshop. (Foto: Laurens van Rooijen)
Hinter der Marke Stablead als neuem Anbieter von edlen Federelementen sowie Kurbeln, Kettenblättern, Pedalen und Vorbauten aus Aluminium stecken zwei ungleiche Akteure: Einer der Gründer ist Brian Lopes, einer der erfolgreichsten Gravity-Piloten im Mountainbike-Sport und Mitglied der Mountain Biking Hall of Fame.
Der zweite Gründer ist der Chinese Yang Shao, der im Filmgeschäft von Hollywood bereits zu einer festen Grösse geworden ist. Die Spezialität seiner Firma Tilta sind Stabilisierungssysteme für Kameras aller Grössen – vom kleinen Gimbal für Vlogger bis zum Auslegerarm auf einem Pick-up für Dreharbeiten von Kinofilmen.
«Mit der Marke Stablead bringt Tilta viel Know-how in Sachen Federung und Stabilisierung ins Gelände», erklärt Shao dazu gegenüber Velojournal.
Brian Lopes markierte am Stand des neuen Teile- und Komponenten-Anbieters Stablead Präsenz und verloste an den Festival Days attraktive Sachpreise. (Fotos: Laurens van Rooijen)
Das auffallendste Produkt von Stablead ist eine Upside-Down-Federgabel für Enduro-Bikes, deren Gabelschaft und obere Sektion aus einem Stück aus hochwertigen Toray-T800-Carbonfasern gefertigt werden.
Im linken Gabelbein stecken eine positive und eine negative Luftkammer, während die Dämpfung im rechten Gabelbein konventionell per Stellrad oder kabellos vom Lenker aus eingestellt werden – oder komplett im Automatikmodus arbeiten – kann.
Beim Vertrieb setzt Stablead laut Yang Shao auf ein D2C-Modell mit eigenem Webshop, und an der Messe markierte Brian Lopes Präsenz, um die neue Marke bekannt zu machen und die Gewinner attraktiver Sachpreise per Los zu bestimmen.
Bisher fertigte die Belgian Cycling Factory nur sportliche Alltags-E-Bikes unter dem Kürzel RES («Ridley Electric System»). Nun steht Aeres in den Startlöchern. (Foto: ZVG)
Einen Soft Launch wagte an der Eurobike auch die Belgian Cycling Factory (BCF) als das Unternehmen hinter Marken wie Ridley Bikes und Eddy Merckx. Am meisten Aufmerksamkeit bekam in Frankfurt die Lancierung von neuen Mountainbikes der Marke Nukeproof.
BCF hat sich die Rechte an der Marke aus der Konkursmasse von CRC-Wiggle gesichert und will diese wieder konsequent über den Fachhandel verkaufen. Ebenfalls am BCF-Stand zu sehen: Zwei E-Bikes mit Alurahmen, kompletter Alltagsausrüstung und dem Markennamen Aeres. Diese vierte Marke im BCF-Portfolio soll laut CEO Jochim Aerts erst an den Velofollies im Januar 2026 offiziell und im vollen Umfang lanciert werden.
Eine Titanachse, versehen mit einer minimalistischen Aufnahme: Tourelly verschiebt den grössten Teil der Clickpedal-Mechanik in die Schuhplatte. (Foto: Laurens van Rooijen)
Als Gäste am Messestand der CNC-Spezialisten von Fraezen schaffte ein Anbieter von besonders leichten Pedalen aus Österreich den Sprung ins Rampenlicht: Die Rennvelopedale von Tourelly wiegen dank Titanachse nur 58 g pro Stück und bieten einen einfachen 360-Grad-Einstieg. Zusammen mit der Schuhplatte ergibt sich ein Gesamtgewicht von 220 g pro Seite. Das ist rekordverdächtig wenig.
Dabei lässt sich der Q-Faktor der Pedale von 52 mm bis 55 mm in vier Positionen einstellen, der Float ist von 0 bis 20° stufenlos einstellbar und die Federn sind in drei Härten erhältlich. Damit sollte das österreichische Start-up bei Leichtbau-Fans und bei allen, die anfällige Knie haben, ins Schwarze treffen.

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