E-Bike-Studie: Infrastruktur und Sicherheit müssen verbessert werden

Elektrovelos bringen Menschen dazu, das Auto stehen zu lassen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag von Bosch E-Bike Systems. Eine sichere Infrastruktur kann der Nutzung von E-Bikes weiteren Schub verleihen.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 01.11.2024

Laut einer Befragung aus dem September 2024 verfügen mittlerweile 30 Prozent der Haushalte in der Schweiz über ein E-Bike. Damit hat sich dieser Wert binnen weniger Jahre verdoppelt.

Beim Marktanteil kratzen Elektrovelos laut den Marktdaten von Velosuisse inzwischen an der 50-Prozent-Marke, während in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Österreich bereits mehr motorisierte als unmotorisierte Velos verkauft werden.

E-Bikes hängen Autos ab

Der Siegeszug des E-Bikes schlägt auch auf das Mobilitätsverhalten durch: Laut einer von Bosch E-Bike Systems in sieben europäischen Ländern sowie den Vereinigten Staaten durchgeführten, repräsentativen Studie geben 49,7 Prozent der Befragten an, die Hälfte der bisher mit dem Auto bewältigten Strecken neu mit dem E-Bike zurückzulegen.

Fast 70 Prozent der Befragten gaben zudem an, mit dem E-Bike häufiger und weitere Strecken zu fahren als zuvor mit dem konventionellen Velo.

Mehr Veloinfrastruktur nötig

Mit der zunehmenden Verbreitung und Nutzung von E-Bikes steigt auch der Bedarf nach einer geeigneten Infrastruktur. Diese muss in den meisten Fällen erst noch gebaut oder zumindest ausgebaut werden, und 70 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Engagement von der Politik in dieser Hinsicht.

Während 78,7 Prozent der Teilnehmenden erklären, dass es ihnen wichtig sei, sich während Fahrten auf dem E-Bike sicher zu fühlen, treibt 77,3 Prozent der Befragten die Sorge vor einem Umfall um. Die Fahrspur mit dem motorisierten Verkehr teilen zu müssen, wird von sechs von zehn der befragten Personen als dem Sicherheitsempfinden abträglich beurteilt. Und Überholmanöver von Lastwagen lösen bei 60,9 Prozent der Befragten Unbehagen aus.

«Die Sorge vor Unfällen ist ausgeprägt»

«Unsere Studie zeigt, dass für Menschen auf E-Bikes wie auf konventionellen Velos das Thema Sicherheit im Strassenverkehr eine hohe Priorität hat und die Sorge vor Unfällen weiterhin stark ausgeprägt ist», kommentiert Claus Fleischer, Geschäftsleiter Bosch E-Bike Systems. «Damit das persönliche Sicherheitsempfinden steigt und noch mehr Menschen auf E-Bikes umsteigen, brauchen wir eine ganzheitliche, positive Fahrradkultur. Das bedeutet konkret: Das Veloweggesetz in der Schweiz ist eine grosse Chance den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben. Die Infrastruktur muss aber weiter stärker gefördert werden – und zwar auf allen politischen Ebenen.»

 

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