Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
24.11.2023
Die niederländische E-Bike-Marke Qwic hat in den 17 Jahren ihres Bestehens rund 200'000 Velos auf den Markt gebracht. Wegen ausstehender Zollforderungen in Höhe von 12 Millionen Euro ist das Unternehmen nun aber Konkurs.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
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24.11.2023
In der Schweiz wurden die Qwic-E-Bikes nicht offiziell verkauft. In den Beneluxländern und in Deutschland führten aber viele Veloläden die Marke im Sortiment. (Foto: ZVG)
Ende vergangener Woche gab das Bezirksgericht Amsterdam einem Antrag der Hartmobile BV als Unternehmen hinter der E-Bike-Marke Qwic auf Zahlungsaufschub statt. Gegenüber dem niederländischen B2B-Portal Nieuwsfiets nannte Qwic-CEO Taco Anema die europaweit stagnierende Nachfrage nach Elektrovelo, höhere Material- und Transportkosten sowie eine kumulierte Lagerbelastung als Gründe für die schwierige finanzielle Lage.
Die Schieflage wäre noch zu bewältigen gewesen. Doch dann folgte als eigentlicher Genickschlag eine Nachforderung der niederländischen Steuerbehörde in der Höhe von 12 Millionen Euro, die mit der Einfuhr von E-Bikes und Komponenten auf Taiwan zusammenhängt.
Diese Importe fanden in den Jahren 2018 bis 2020 statt, als Qwic die Assemblage, sprich den Zusammenbau der Elektrovelos aus den verschiedenen Komponenten wegen der Antidumping-Massnahmen der EU von der Volksrepublik China nach Taiwan sowie Portugal verlagerte.
Die Zollbehörden machen geltend, dass viele mit Taiwan als Herkunft deklarierte Komponenten und Teile dennoch aus China stammten und darum mit den 2018 nochmals deutlich erhöhten Strafzöllen zu belegen seien.
Von der Firmenpleite sind insgesamt 94 Angestellte bei Hartmobile BV betroffen. Doch das ist noch nicht alles: An der Eurobike hatte die bisher auf Karosserien für PKWs und Cars spezialisierte, niederländische VDL Groep den Einstieg in die Fertigung von E-Bike-Rahmen aus Aluminium angekündigt – mit Qwic als Abnehmer von 40 Prozent der Fertigung.
Die VDL Groep hatte mit Qwic vereinbart, in den kommenden drei Jahren 50'000 Aluminiumrahmen für E-Bikes in den Niederlanden zu fertigen. (Foto: ZVG)
Im Sommer 2018 entschied die EU-Kommission, die Antidumping-Massnahmen gegen in China gefertigte E-Bikes zu verlängern und die Strafzölle nochmals zu erhöhen. Auf Drängen des europäischen Herstellerverbandes EBMA wurden diese Massnahmen per Oktober 2020 nochmals weiter verschärft und auf Teile und Komponenten ausgeweitet.
Aktuell wird in Brüssel um die Frage gerungen, ob diese Massnahmen 2024 um weitere fünf Jahre verlängert werden sollen oder nicht – wogegen sich Leva-EU als Vertreterin der Importeure von leichten Elektrofahrzeugen wehrt.
Egal, wie diese Entscheidung ausfällt: Für die Hartmobile BV und die E-Bike-Marke Qwic kommt diese Diskussion auf höchster politischer Ebene zu spät – aber ein Neustart nach dem Konkurs ist mehr als nur wahrscheinlich.

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