Die Nachfrage ist weiterhin hoch

Velos und E-Bikes sind weiterhin gefragte Güter in der Schweiz. Obwohl die Monate Mai und Juni verregnet waren, blieb die Nachfrage hoch. Das zeigen die Halbjahreszahlen der Zollverwaltung.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 11.08.2021

Dass sich die Velobranche inmitten der Covid-19-Pandemie besser als die meisten anderen Branchen geschlagen hat, zeigten bereits die Rekordzahlen zum vergangenen Kalenderjahr. Die nun vom Importeurs- und Herstellerverband Velosuisse veröffentlichten und von der Eidgenössischen Zollverwaltung erhobenen Zahlen zum ersten Halbjahr 2021 bestätigen: Die Nachfrage nach Velos und Reparaturen ist ungebrochen, die Importe wie die Exporte sind nochmals gewachsen. Sorgen bereiten dabei allenfalls Lieferengpässe bei Teilen und Komponenten, welche die Produktion und Auslieferung von Velos immer wieder verzögern.

Ungebrochener Velo-Boom

Die Zahlen der Zollverwaltung zu den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres zeigen, dass die hohe Nachfrage und damit der Boom in der Velobranche ungebrochen sind: So legten die Importe von E-Bikes gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16.4 Prozent auf 111'105 Stück zu – so viele wie im ganzen Jahr 2018.

Bei den konventionellen Velos stieg der Import um 7.7 Prozent auf 200'861 Stück. Damit entfallen 35.5 Prozent der Importe auf E-Bikes. Auch die Exporte legten zu, und zwar bei den E-Bikes um 15.6 Prozent auf 37'000 Stück zu und bei konventionellen Velos um 29.6 Prozent auf 35'000 Stück.

Sorgenkind Lieferkette

Ganz ohne Sorgenfalten steht die Velobranche aber nicht da: Engpässe bei der Versorgung mit Teilen und Komponenten zehren nicht nur bei Servicearbeiten an den Nerven, sondern bringen auch die Produktionsplanung der Hersteller durcheinander. Als Folge davon musste etwa Flyer erstmals in der Firmengeschichte und trotz voller Auftragsbücher diesen Sommer zwei Wochen Betriebsferien machen.

Der E-Bike-Pionier ist nicht das einzige Unternehmen, das wegen fehlender Teile die Montage vorübergehend stillgelegt hat. An der Verkaufsfront machen sich die Engpässe als kaum kalkulierbare Lieferverzögerungen bemerkbar.

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