Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
23.09.2024
Der Urban Road Safety Index zeigt, wie sicher sich Menschen auf den Strassen europäischer Städte fühlen. Was Velofahrende zu Helm, Brücken und Alkoholverbot meinen, ist verblüffend.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velogisch.ch)
News,
23.09.2024
Der Urban Road Safety Index zeigt das Sicherheitsempfinden von Verkehrsteilnehmern in europäischen Städten. (Bild: Cyclomedia, ZVG)
Seit 2020 konnten Verkehrsunfälle mit Todesfolgen in der Europäischen Union um 17 % reduziert werden. Zu diesem Schluss kommt das auf Verkehrsdaten spezialisierte Unternehmen Cyclomedia in seinem Sicherheits-Report zu 32 europäischen Städten.
Im Rahmen dieser Studie wird der «Road Safety Index» erhoben. Für dieses Ranking wurden Verkehrsteilnehmerinnen danach befragt, wie sicher sie sich im Verkehr ihrer Stadt fühlen.
Auf dem ersten Platz landet Estlands Hauptstadt Tallin, gefolgt von Zaragoza in Spanien und der finnischen Hauptstadt Helsinki auf dem dritten Platz.
Der Einsturz von Brücken oder Viadukten ist eine reale Sorge in europäischen Städten. (Bild: Cyclomedia, ZVG)
In vielen der observierten Städte befinden mehr als die Hälfte der Befragten, dass in ihrer Stadt genug für die Verkehrssicherheit getan wird. Spitzenreiterin in Sachen Verbesserung der Sicherheit ist London mit 72 % zufriedenen Umfrageteilnehmerinnen, gefolgt von Helsinki und Valencia. Letztere ist nicht die einzige spanische Stadt, welche sich anscheinend auf Sicherheitsvormarsch befindet.
Unter den zehn Orten, in denen sich die Sicherheit gemäss Befragung am positivsten entwickelt hat, befinden sich mit Madrid, Zaragoza und Sevilla weitere drei spanische Städte. Bedeutend tiefer liegt die Zufriedenheit in italienischen Städten wie Rom oder Milano.
Gerade mal 28 %, respektive 43 % der Befragten begnügen sich mit den Bestrebungen der Regierung. So erstaunt es auch nicht, dass sich gerade in diesen Städten auffällig viele Verkehrsteilnehmer Sorgen um kollabierende Infrastruktur machen. In Milano beispielsweise fürchtet sich ein Drittel der Befragten davor, dass eine Brücke oder ein Viadukt zusammenbricht, währenddem sie dort velofahren.
Eine Trennung von Verkehrsflächen wird in vielen europäischen Städten als Massnahme für mehr Sicherheit im Verkehr angesehen. (Bild: Cyclomedia, ZVG)
Je sicherer eine Stadt empfunden wird, umso weniger akzeptiert scheint eine potenzielle Helmpflicht. In Amsterdam etwa gibt fast die Hälfte der Befragten an, dass sie im Falle eines Helmobligatoriums seltener velofahren würden. In Städten mit tieferem Sicherheitsempfinden wie etwa in Rom oder Athen ist weniger als ein Viertel der Personen dieser Meinung.
Einig ist man sich allerdings in Bezug auf ein komplettes Alkoholverbot im Strassenverkehr. Sämtliche deutschen Städte sowie auch die Mehrheit aller Umfrageteilnehmerinnen unterstützt diese Massnahme. In Berlin befürworten gar 85 % der Befragten die 0,0-Promille-Regel.
Ebenso spricht sich rund die Hälfe der Befragten für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in Innenstädten aus. Gerade in spanischen Städten ist die Zustimmung mit über 70 % besonders deutlich.
Weder von einem Alkoholverbot noch von einer Geschwindigkeitsreduktion versprechen sich europäische Städte aber den grössten Sicherheitsgewinn. In der offenen Frage, welche Massnahme die Sicherheit in ihrer Stadt erhöhen könnte, nannte über die Hälfte der Teilnehmer eine bessere Trennung der Spuren und Verkehrsflächen.
Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer wünscht sich zudem bessere Velowege, klarere Kreuzungen und bessere Strassenmarkierungen.

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