Basler Tramgleise werden velofreundlich

In Basel ist an der Bruderholzstrasse das erste velofreundliche Tramgleis in Betrieb genommen worden. Nach einer Testphase soll beurteilt werden, ob sich das Modell im Alltagsbetrieb bewährt.

Julie Nielsen, Redaktorin

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 01.12.2021

Tramgleise bergen ein erhebliches Unfallpotenzial für Velofahrende. Tatsächlich ist das Hängenbleiben in Tramschienen eine der häufigsten Unfallursachen bei Radlerinnen in der Stadt. Besonders gefährlich sind sogenannte Kaphaltestellen für Niederflurtrams, bei denen das Trottoir einerseits erhöht und andererseits näher an die Schiene gebaut wird.

In Basel wird nun ein erstes velofreundliches Tramgleis bei der neu gestalteten Haltestelle Bruderholzstrasse getestet. Velofreundlich wird das Gleis durch eine spezielle Gummifüllung, die verhindern soll, dass Velofahrende mit ihren Rädern in der Gleisrille hängen bleiben. Nach ersten Probeläufen soll abgeklärt werden, ob das Modell auch in der Praxis tauglich ist, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement mitteilte.

Im Fokus steht die Abnutzung der Gummifüllung im normalen Betrieb. Täglich rollen etwa 150 Trams über die neuen Gleise. Allerdings sind die velofreundlichen Gleisabschnitte nicht für alle Trams der Basler Verkehrsbetriebe befahrbar. Die Oltimer- und die sogenannten Cornichon-Trams sind zu leicht, um beim Überfahren die Gummifüllung in die Gleisrille zu pressen.

In der Stadt Zürich wurde bereits 2013 ein Versuch mit velofreundlichen Tramgleisen unternommen. Während es für die Velofahrenden eine klare Verbesserung bedeutete, waren die Gleise aus Sicht der Verkehrsbetriebe ungenügend.

Das Gummiprofil hielt den Tramüberfahrten zu wenig lang Stand. Im Dauerbetrieb hätte es damit bereits nach kurzer Zeit ausgewechselt werden müssen, was zu teuer ist.

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