Happy Birthday, Fabian!

Im vergangenen Sommer hat Fabian Baumann das Velojournal nach 16 Jahren verlassen. Aus Anlass zu seinem heutigen Geburtstag ein Rückblick auf bewegte Zeiten.

Pete Mijnssen, Chefredaktor (pete.mijnssen@velojournal.ch)
30.10.2026

Etwas über einen Menschen zu sagen, mit dem man über eine Generationsdauer den beruflichen Weg teilte, ist eine Herausforderung. So viele Erlebnisse! 

Der gemeinsame Weg begann 2010 an der Cramerstrasse 17, in der ehemaligen Redaktion im Kreis Vier (kürzlich abgebrochen). Damals waren drei Personen für Velojournal tätig: Franziska Zurfluh in der Administration, Fabian und ich. Fabian, den ich schon bei seinem Journalismus-Praktikum an der ZHAW kennengelernt hatte, entwickelte sich rasch als emsiger, zupackender und energischer Mitstreiter. Diese Arbeitsweise hatte er in seinem früheren Berufsleben als Koch, aber auch als Velokurier unter Beweis gestellt. Das Motto: Rüsten, kochen, servieren – beides kam ihm später beim Veloblitz und auch bei der redaktionellen Arbeit zugute.

Fabian der Unerschrockene 

Aber auch seine Unerschrockenheit sorgte immer wieder für Überraschungen. Seine Streetcredibility bewies er etwa, als eine Gruppe Besetzender 2008 während einer Velojournal Produktion in die Bürogemeinschafts-Räume stürmte und mit dem Geschäftsleiter der Stiftung Ponte sprechen wollten. Fabian stand kurzentschlossen auf und sagte cool: «hier wird gearbeitet, bitte draussen reden».

Fabian der Netzwerker 

Fabian war sich auch nicht zu schade, für die damaligen Regionalseiten von Pro Velo Beiträge zu sammeln und zu verfassen und sie journalistisch spannend einzuordnen. Inhaltlich widmete er sich zusammen mit dem Schreibenden der Schweizer Velopolitik, politischen Vorstössen rund um das Veloweggesetz und generell der Radinfrastruktur-Verbesserung. National wie auch regional. Ein weiterer Schwerpunkt lag bei den jährlichen E-Bike Spezialausgaben, Editorials und praktischen Langstreckentests von S-Pedelecs. Abgerundet wurde sein redaktionelles Schaffen durch kulturelle Reportagen über traditionelles Handwerk, etwa dem neuen Rahmenbau-Event «Beyond Normal». Und immer wieder auch Interviews mit Schweizer Velo Akteurinnen. Speziell zu erwähnen ist auch seine Fähigkeit, dass er meine Interviews in kürzester Zeit (ohne KI) auf Papier brachte.

Fabian das Bindeglied zwischen Print und Online 

Neben seiner gedruckten publizistischen Arbeit steuerte er massgeblich die Velojournal Online-Präsenz und war ab 2015 auch aktiv für das Branchenmagazin Cyclinfo, das die Velomedien erworben hatte. Die zunehmend komplexen Abläufen zwischen Analogwelt und den Digitalplattformen beherrschte Fabian fast immer souverän und war im Betrieb dafür die erste Anlaufstelle. 

Kurz: wir waren ein Superteam, das sich eine Generation lang (über 15 Jahre!) die Bälle zuspielte und das Produkt Velojournal, wie auch den Verlag vorangetrieben hat. Anfang Jahr hat er entschieden, sich noch einmal beruflich neu auszurichten. 

Vielen Dank für alles und happy Birthday, Fabian!