Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
Kultur,
18.05.2026
«Das Leben ist wie Velofahren.» Albert Einstein liebte sein Zweirad. Nun wird in Grossbritannien sein persönlicher Ledersattel von 1929 versteigert – ein Stück Mobilitätsgeschichte mit charmanter Nobelpreis-Anekdote.
Fabian Baumann,
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(fabian.baumann@velojournal.ch)
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18.05.2026
Diesen Mittwoch, 20. Mai 2026, kommt beim britischen Auktionshaus Dominic Winter Auctioneers ein aussergewöhnliches Objekt unter den Hammer: der persönliche Ledersattel von Albert Einstein.
Der weltbekannte Wissenschaftler nutzte sein Velo nicht nur zur Fortbewegung, sondern oft auch zum Nachdenken. 1930 prägte er in einem Brief an seinen Sohn Eduard den berühmten Vergleich:
«Das Leben ist wie Velofahren. Um das Gleichgewicht zu halten, musst du in Bewegung bleiben.»
Der zur Auktion stehende braune Ledersattel der Marke Nelson stammt aus dem Jahr 1929. Besonders wertvoll für Historikerinnen und Sammler ist das beiliegende, originale Bestellformular, ausgestellt auf die Ludwig Nelson Fahrradbau GmbH in Berlin-Schöneberg.
Am 26. März 1929 orderte Einstein darauf handschriftlich mit Bleistift «1 Sattel» mit der Katalognummer 237. Das Dokument trägt neben seiner Berliner Wohnadresse die unverkennbare Unterschrift «A. Einstein» – was es zu einem einmaligen persönlichen Zeugnis macht.
Der Wert von Albert Einsteins Velosattel aus dem Jahr 1932 wird auf bis zu 11'500 Franken geschätzt. (Foto: zVg Dominic Winter Auctioneers)
Zudem verbindet der Velosattel zwei Giganten der modernen Physik. Laut Überlieferung schenkte Einstein ein Velo samt besagtem Sattel und Quittung am 29. November 1932 seinem engen Freund und Kollegen Max von Laue. Die Übergabe fand in Einsteins Sommerhaus in Caputh statt, kurz bevor dieser vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA emigrierte.
Der Grund für das Geschenk war ein pragmatischer: Das Velo von Max von Laue – seines Zeichens Physik-Nobelpreisträger von 1914 – war kaputtgegangen. Wie von Laue später erzählte, leistete Einsteins Zweirad ihm noch eine ganze Weile treue Dienste, bevor es schliesslich entsorgt werden musste. Den Sattel behielt von Laue jedoch, weil er ihn schlichtweg als «so bequem» empfand.
Später reichte von Laue den Sattel samt Papieren an eine Bekannte namens Margarete Hommrich weiter. Deren Nachkommen bieten das historische Stück nun zum Kauf an. Der Schätzpreis für den bequemen Spezialsattel des Relativitätstheoretikers liegt bei 7000 bis 10'000 britischen Pfund (umgerechnet rund 8000 bis 11'500 Franken).

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