Velofahren soll Schule machen

Vom Laufrad bis zur Velowerkstatt: Neun Schulen in fünf Kantonen erproben im laufenden Schuljahr, wie sich das Velo dauerhaft im Schulalltag verankern lässt. Rund 3700 Kinder und Jugendliche profitieren davon.

Aline Nusshold, Autorin (aline.kuenzler@velojournal.ch)
News, 27.10.2026

Velofahren soll an Schweizer Schulen zur Selbstverständlichkeit werden. Dafür setzt sich die Allianz «Schule+Velo» mit dem Pilotprojekt «Velofreundliche Schule» ein. Seit Beginn des Schuljahres 2026/2027 setzen neun Schulen in fünf Kantonen konkrete Massnahmen um. Dabei geht es um weit mehr als den Schulweg: Das Velo soll auch im Unterricht, auf dem Pausenplatz und bei gemeinsamen Aktivitäten einen festen Platz erhalten.
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen Zahlen der Allianz «Schule+Velo». Seit 1994 hat sich der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die mit dem Velo zur Schule fahren, in der Schweiz nahezu halbiert. Mit dem Pilotprojekt will die Allianz dieser Entwicklung entgegenwirken und die selbstständige Mobilität sowie die Verkehrskompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken.

Vom Laufrad bis zur Velowerkstatt

Wie eine velofreundliche Schule aussieht, entscheiden die teilnehmenden Schulen weitgehend selbst. Entsprechend vielfältig sind die Ansätze: An der Primarschule Blindenmoos in Köniz im Kanton Bern sammeln bereits Kindergartenkinder erste Erfahrungen auf dem Laufrad. Am Oberstufenzentrum Köniz erhalten Jugendliche im Unterricht Tipps zur Veloreparatur  und können dieses Wissen an Schulanlässen einsetzen.
An der Freien Oberstufenschule Zürich wiederum werden Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts «Velotaxi» auf ihrem Schulweg begleitet. Ziel ist, dass sie die Strecke später selbstständig mit dem Velo bewältigen können. Andere Schulen setzen auf Veloparcours, Fahrtechniktrainings oder Weiterbildungen für Lehrpersonen. Auch Eltern und Gemeinden werden in die Aktivitäten einbezogen.

Ein Gütesiegel für velofreundliche Schulen

Das Pilotprojekt läuft von 2025 bis 2027. Die Schulen analysieren ihre Ausgangslage, entwickeln individuelle Jahrespläne und setzen ihre Massnahmen schrittweise um. Hinter dem Projekt steht die 2014 gegründete Allianz «Schule+Velo». Ihr gehören 23 Partnerorganisationen aus den Bereichen Bildung, Veloförderung, Verkehrssicherheit, Gesundheit und nachhaltige Mobilität an. Dazu zählen unter anderem Pro Velo Schweiz, Swiss Cycling, die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), Gesundheitsförderung Schweiz, RADIX sowie der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz. Auch Bundesämter wie das Bundesamt für Sport (BASPO) und das Bundesamt für Strassen (ASTRA) waren an der Allianz beteiligt. Die Geschäftsstelle ist bei Pro Velo Schweiz angesiedelt. Das Pilotprojekt «Velofreundliche Schule» wird vom Bundesamt für Energie (BFE) finanziell unterstützt.
Zum Abschluss wird ausgewertet, wie sich die Velonutzung, das Sicherheitsempfinden und die Rahmenbedingungen verändert haben. Die Fortschritte bilden die Grundlage für eine Auszeichnung als «Velofreundliche Schule».
Die Erfahrungen aus den neun Pilotschulen sollen anschliessend in ein Programm einfliessen, das schrittweise auf weitere Schulen in der Schweiz ausgeweitet werden kann.

Weitere Informationen und Einblicke in die einzelnen Schulen gibt es unter schule-velo.ch/velofreundliche-schule.

Empfohlene Artikel

Empfohlene Artikel

Zwei Mädchen queren auf dem Weg zur Schule die Strasse mit weissem Fahrrad
News , Ratgeber

Der sichere Schulweg mit dem Velo

Kind mit pinker Jacke auf rotem Velo fährt einer Wiese entlang.
News

20-Zoll-Kindervelos: Das Velojournal hat getestet

Test Woom Now 5 Kindervelo.
Ausprobiert

Woom «Now 5»: Mini-Cargobike für Kinder im Test