Stromperle an der Felge

Der Felgendynamo von Velogical ist ein kleines Meisterwerk. Obwohl deutlich kleiner als herkömmliche Radläuferdynamos, ist er kaum zu übersehen. Wir haben den Dynamo ausgiebig getestet und sagen, für wen er sich lohnt.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velogisch.ch)
Ausprobiert, 17.09.2025

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Wie eine kleine Perle schmückt der gerade einmal 76 Gramm leichte Dynamo verschiedenste Velorahmen. Das breite Einsatzgebiet ist eine Stärke des aufwendig gefertigten Stromerzeugers in modernem Design aus einem Guss. Mithilfe von verschiedenen Montage-Kits lässt sich der kleine Generator an Sitzstreben oder Gabeln nachrüsten. Dafür werden die jeweils passenden Bügel und Montageplatten des patentierten Halterungssystems benötigt. Diese Bauteile sind sogar speziell für die kleinen Brompton-Gabeln der britischen Faltvelos verfügbar.

Präzise Montage für präzises Werkstück

Die Erstmontage verlangt Geduld und Fingerfertigkeit. Dafür sind rund zwei Stunden einzurechnen. Ungenaue Positionierung oder eine Acht im Rad können die Funktionalität mindern. Ab rund 2 mm Seitenschlag ist flackerndes Licht der Preis, den man für die Abweichung zahlt. Ist der Dynamo korrekt montiert, empfiehlt sich ein sorgsames Parkieren des Zweirads, damit das gute Stück nicht gleich wieder verschoben wird.

Einfacher als am Rahmen ist die Montage an V-Brakes, auf deren Bremssockel der Dynamo direkt aufgeschraubt wird. Ebenfalls exakt soll der Anpressdruck des Gummirings auf die Felge eingestellt werden. Er ist als weitere Spezialität nach der Montage justierbar. Bei Fahrt im Regen kann so etwa ein Durchrutschen auf der Felge vermieden werden.

Sehr effizient

Im Betrieb ist der Dynamo erstaunlich effizient: Ab 30 km/h sollen bis zu 75 Prozent Wirkungsgrad erreicht werden. Den zusätzlichen Widerstand an der Felge spürt man kaum. Im Anstieg am Pass bei langsamer Fahrt wird man durch klar hörbares Surren dennoch an den kleinen Begleiter erinnert. Für einen starken Scheinwerfer liefert der Velogical-Dynamo genug Strom. Sobald aber ein Scheinwerfer samt USB-Lademöglichkeit angeschlossen wird, stösst der Generator an seine Grenzen. Für diesen Fall ist es besser, gleich das «Bord-Netz» von Velogical mit integrierter Lademöglichkeit zu verbauen.

Besonders schön anzuschauen ist die kleine Perle in Aktion. Das eingefräste Logo auf dem eloxierten Aludeckel dreht sich erst langsam und bald schnell in einer unendlichen Spirale, was den Dynamo zusätzlich zu einem Hingucker macht. Etwas weniger hübsch ist der sogenannte Kaltleiter, der zusätzliche Widerstand, bestehend aus einem Glühfaden in einem Gehäuse. Dieser kleine Käfig wird zwischen Dynamo und Scheinwerfer verbaut, erhitzt sich bei hoher Geschwindigkeit und erhöht so den Widerstand.

Fazit

Der Velogical-Dynamo ist kein Produkt für die Masse, sondern ein Liebhaberstück. Zu fragil fürs Bahnhofsvelo, ohne Bordnetz kaum leistungsstark genug für die Bikepacking-Tour, aber ideal für stilbewusste Randonneure und Technik-Nerds mit einem Flair für Details.

Velogical Felgendynamo

Preis: ab 143 Euro inkl. Halterung nach Wahl
+  kompakte Grösse
+  nachrüstbar an viele Velos
–  komplexe Montage
–  nicht kompatibel mit USB-Lademöglichkeit

velogical-engineering.com

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