Marius Graber,
Redaktor
(marius.graber@velojournal.ch)
News,
08.03.2022
Das beste Material und die teuerste Ausstattung nützen nichts, wenn Rahmenform und -grösse nicht auf Sie abgestimmt sind. 10 Tipps für das gute Damenvelo.
Marius Graber,
Redaktor
(marius.graber@velojournal.ch)
News,
08.03.2022
Bei der Auswahl der richtigen Rahmengrösse ist einerseits darauf zu achten, dass sich der Sattel auf die korrekte Höhe einstellen lässt. Anderseits ist es wichtig zu überprüfen, ob die gewünschte Position des Lenkers einstellbar ist. Grosse Frauen, die eine aufrechte Sitzposition bevorzugen, haben manchmal Schwierigkeiten, den Lenker genügend hoch zu stellen. Für kleine Frauen, die etwas sportlicher sitzen möchten, lässt sich der Lenker oft nicht tief genug einstellen. Wirklich gute Rahmengeometrien für kleine Frauen lassen sich nur mit 26-Zoll-Rädern verwirklichen (was aber leider nicht heisst, dass alle Rahmengeometrien mit 26-Zoll-Räder für kleine Frauen geglückt wären). Daher: Probesitzen vor dem Kauf ist wichtig; besonders grosse oder kleine Frauen sind auf eine gute Beratung angewiesen.
Massive Aluminiumrahmen sind in der Regel verbindungssteif, auch bei tiefem Durchstieg. Filigrane Stahlrahmen können gerade bei schwereren Fahrerinnen und bei Fahrten mit schwerem Gepäck und Kindersitz instabil werden. Gute Beratung oder eine Testfahrt mit Gewicht auf dem Gepäckträger lohnt sich.
Der Trapez-Rahmen, auch GOR- oder Mixte-Rahmen genannt, sieht sportlich aus. Er hat die höchste Überstiegshöhe der drei Rahmentypen. Dies erlaubt aber trotzdem aufzusteigen, ohne das Bein über den Sattel schwingen zu müssen. (Foto: ZVG)
Wer vor allem in ebenem Gelände und mit leichtem Gepäck unterwegs ist, kommt in der Regel mit sieben bis acht Gängen gut zurecht. Wer steile Anstiege zu bewältigen hat oder das Velo auch für Touren brauchen möchte, viel Lasten transportiert oder gar einen Kinderanhänger zieht, braucht eine 24- bis 30-Gang-Schaltung. Dabei ist nicht die Anzahl der Gänge entscheidend, sondern, wie leicht der kleinste Gang und wie schnell der schwerste Gang ist. Dies wird mit der Entfaltung angegeben, der Strecke, die man mit einer Pedalumdrehung zurücklegt. Als Richtwert gilt : Für den Einsatz eines Kinderanhängers sollte die Entfaltung im kleinsten Gang unter 1,7 Metern liegen. Wer gerne zügig in der Ebene unterwegs ist, achtet darauf, dass die Entfaltung im schwersten Gang über 8 Metern liegt. (Das ist übrigens gerade auch ein kleiner Test für ihren Fahrradverkäufer: Versteht er hier nur Bahnhof, haben Sie es nicht mit einem Fachmann zu tun.)
Geringes Gewicht und hoher Wartungskomfort sind beim Velo leider ein Widerspruch. Was weniger Wartung verursacht (Nabenschaltung, besonders pannenfeste Reifen, Nabendynamo-Lichtanlage) lässt das Gewicht des Velos ansteigen. Ein besonders leichtes Velo bringt noch immer etwas mehr Wartung mit sich. Bei der Wahl des Velos kann man daher einen guten Kompromiss zwischen wenig Wartung und geringem Gewicht suchen. Geringe Wartung zu einem einigermassen geringen Gewicht ist möglich, führt aber zu einem höheren Verkaufspreis.
Der klassische Damenrahmen mit parallel verlaufendem Ober- und Unterrohr. Teilweise ist eines oder sind beide Rohre etwas geschwungen, dann werden die Rahmen auch oft als Curve- oder Schwanenhals-Rahmen bezeichnet. (Foto: ZVG)
Wer in Städten mit Tramverkehr unterwegs ist, sollte sich nach Velos mit breiten Reifen umschauen. Diese senken die Gefahr eines Sturzes, wenn man die Schienen einmal nicht optimal überquert. Entgegen der landläufigen Meinung rollen breite Reifen – wenn sie optimal gepumpt sind – nicht schwerer als schmale.
Für ein im Alltag genutztes Velos ist ein Nabendynamolicht eine gute Sache: Das Licht ist fix montiert – man hat es also immer dabei, der Nabendynamo liefert immer Strom, und bereits die Mittelklasse ist mit Helligkeitssensoren ausgerüstet, sodass sich das Licht selber ein- und ausschaltet. Nabendynamo-Lichtanlagen sind sehr zuverlässig.
Sie sind praktisch, weil man dann das Velo auch bei nasser Strasse oder Regen nutzen kann, ohne gleich vollgekleckert zu werden. Es ist aber eine Marotte der Velobauer, die Schutzbleche nicht genügend lang zu machen, sodass man durch das Vorderrad dennoch verspritzt wird. Achten Sie daher beim Kauf auf genügend lange Schutzbleche, oder ergänzen Sie diese mit einem Spritzschutzlappen.
Der Mono-Rahmen wird auch als Tiefeinsteiger bezeichnet. Trotz des tiefen Einstieges sind die Rahmen meist stabil. Hierfür sind aber eine gute Konstruktion und etwas mehr Material nötig, was das Gewicht nach oben treibt. (Foto: ZVG)
Oftmals sind die Tretlager etwas weit über dem Boden, sodass die Frau auf dem Sattel sitzend mit dem Fuss nicht gut auf den Boden kommt (zum Beispiel, wenn sie an der Ampel wartet). Das gilt speziell für Damen mit kleinen Füssen. Die Tretlagerhöhe hängt von der Konstruktion des Rahmens ab. Für ein Stadtvelo ideal liegt sie zwischen 27 und 28 Zentimetern ab Boden.
Gerade bei kleinen Rahmen ist der Abstand zwischen dem Pedal und dem Vorderrad beziehungsweise dessen Schutzblech oft etwas knapp bemessen, sodass man in engen Kurven mit der Fussspitze das Vorderrad touchiert. Ideal ist, wenn der Abstand zwischen Vorderrad mit Schutzblech und der Pedalachse mindestens 10 Zentimeter beträgt, bei kleinen Füssen können es auch 9 Zentimeter sein. Alles was kürzer ist, kann zu gefährlichen Fahrsituationen führen.
Das Bepacken des Velos ist leichter und einfacher, wenn es gut steht. Hat Frau hinten viel Gepäck, einen Anhänger oder einen Kindersitz, so steht das Velo mit einen Hinterbauständer viel besser als mit den oftmals verbauten Stützen in der Rahmenmitte. Hinterbauständer lassen sich meist nachrüsten. Eine gute Investition, welche die Nerven schont und das Umfallen des Velos oftmals verhindert. Bei Frontgepäckträgern bewährt sich ein Zweibeinständer am Fahrrad.

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