«XT Di2»: Shimano lässt die Kabel weg

Auf die kabellose «XTR-Gruppe» folgt mit der Shimano «XT Di2» das Pendant in der oberen Mittelklasse. Von der Schaltung bis zu den Bremsen bekommt die neue Gruppe viele Merkmale der Topgruppe mit auf die Trails.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 24.06.2025

Angesichts der geballten Ladung an Innovation, die Shimano in die vor zwei Wochen lancierte, neue «XTR Di2»-Gruppe gesteckt hatte, war Brancheninsidern klar: All diese neue Technik dürfte nicht lange der Mountainbike-Topgruppe vorbehalten bleiben.

Prompt schieben die Japaner bereits für das Modelljahr 2026 auch eine komplett überarbeitete «XT Di2»-Gruppe nach – denn in diesem Preissegment fallen die Stückzahlen schon einiges höher aus. Die «XT M8200 Di2» legt wie die grosse Schwester viel Wert auf schnelle Gangwechsel und hohe Zuverlässigkeit.

Damit die kabellose, elektronische Schaltung auch gelegentliche Stürze ohne Funktionseinbussen wegsteckt, hat Shimano auch auf eine robuste Konstruktion geachtet.

Schaltwerk-Technologie: Schutz, Präzision und Ergonomie

Das zeigt sich beim «Skid Plate»-Design des Schaltwerks: Dank deutlich kompakter ausfallendem «Shadow ES»-Reibungsdämpfer weist dieses ein keilförmiges Profil auf. Dadurch bleibt das Schaltwerk bei Stürzen nicht an Wurzeln oder Steinen hängen.

Zudem ist ein Mechanismus eingebaut, der das Schaltwerk nach einem Sturz wieder in die korrekte Ausgangsstellung bringt, und mithilfe der «E-Tube»-App kann die Position des Schaltwerks in je 16 Stufen in beide Richtungen fein justiert werden.

Direkt unter dem Lenker montiert, ist der mit einer Klemmschelle wie als «iSpec»-Variante erhältliche «Rapid ES»-Schalthebel ebenfalls gut geschützt – und bietet zwecks Optimierung der Ergonomie eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten.

Shimano «XT Di2»: Optimierte Leistung durch clevere Komponentenwahl

Der Akku mit einer Kapazität von 310 mAh steckt gut geschützt im Parallelogramm. Wie bei der neuen «XTR Di2» bietet Shimano auch bei der «XT Di2» zwei Varianten zur Auswahl: Die Kombination von langem Schaltwerkskäfig und einer Kassette mit 10 bis 51 Zähnen bringt eine grosse Bandbreite, während die Kombination von einem kürzeren Käfig mit einer Kassette mit 9 bis 45 Zähnen Gewicht spart und mehr Bodenfreiheit bringt.

Die Aluminium-Kurbeln im «Hollowtech II»-Design sind in Längen von 160 mm bis 175 mm in 5-mm-Schritten erhältlich und drehen auf einer hohlen Stahlachse mit 24 mm Durchmesser. Die Montage der Kettenblätter mit 28 bis 26 Zähnen erfolgt direkt und ohne Spider am rechten Kurbelarm.

E-Bike-Funktionen und Bremsen der «XT Di2»

Für E-Mountainbikes bietet auch die «XT Di2» ein Schaltwerk ohne Batterie, aber mit einem 12-Volt-Stromkabel, das an den Akku des E-Bikes angeschlossen werden kann. Damit stehen in Kombination mit Shimano-«EP»-Hilfsmotoren die «Free Shift»- und «Auto Shift»-Funktionen zur Verfügung – und mit Bosch-Motoren die «E-Shift»-Funktion.

Bei den Bremsen hat man die Wahl zwischen Bremszangen mit vier oder mit zwei Kolben, wobei letztere in Versionen für Postmount oder Flatmount erhältlich sind. Anders als bei der «XTR» gibt es aber keinen besonders leichten Bremshebel für Crosscountry-Bikes. Der Alu-Hebel der neuen «XT Di2» liegt gut in der Hand, kommt mit «Ergo-Flow»-Technlogie und die Reichweite lässt sich über ein Stellrad fein einstellen.

Optimierte «XT Di2»-Bremses und vielseitige Laufräder mit «Microspline»

Dank dem neuen, orangefarbenen Mineralöl mit niedrigerer Viskosität und einigen Optimierungen im Innenleben der Hydraulik soll die neue «XT Di2»-Bremse zudem über einen grösseren Temperaturbereich einen konstanten Druckpunkt verfügen.

Auch Laufräder gehören zur neuen «XT Di2»-Gruppe: Diese werden sowohl in 29- wie in 27,5-Zoll angeboten und bestehen aus tubeless-ready Aluminium-Felgen mit einem asymmetrischen Profil und einer Innenweite von 30 mm, 28 Edelstahlspeichen und neuen Naben mit Flansch, einfach austauschbaren Industrielagern (jawohl!) und Centerlock-Aufnahmen für die Bremsscheiben aufgebaut. Für knackige Antritte glänzt der neue «Microspline»-Freilauf mit einem Eingriffswinkel von nur 3,5 Grad. 

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