Weg mit den Schusswaffen

Der US-Konzern Vista Outoor will das Unternehmen in zwei Hälften teilen. Damit wird der Bereich von Velomarken wie Camelbak, Giro und Bell unabhängig vom Geschäft mit Schusswaffen und Munition.

Laurens van Rooijen, Autor

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@gmx.ch)
News, 13.05.2022

Hinter vielen bekannten Marken, die im Velobereich aktiv sind, stehen Konzerne. Das ist auch bei Giro, Bell und Camelbak so. Hinter den beliebten Velohelm- und Bekleidungsproduzenten steht mit Vista Outdoor eine grosse Mutterfirma.

Jahrelang war kaum ein Thema, dass Vista Outdoor neben den Sportausrüstern auch verschiedene Produzenten von Schusswaffen und Munition wie etwa Remington im Markenportfolio führte.

Velohandel goutiert Schusswaffen nicht

Das änderte sich, als die politische Kultur in den USA während der Präsidentschaft von Donald Trump immer toxischer wurde.

Weil Vista Outdoor auch nach wiederholten Schiessereien an Schulen und trotz entsprechender Aufrufe seitens verschiedener Velofachhändler nichts am Markenportfolio ändern wollte, beendeten nicht wenige US-amerikanische Velofachhändler ihre Geschäftsbeziehung und verzichteten damit auf die Marken Giro, Bell, Camelbak und Blackburn.

Vista Outdoor reagierte halbherzig, indem die Holding mit «Sporting Products» für Waffen und Munition und «Outdoor Products» zwei Geschäftsbereiche unter einem gemeinsamen Firmendach schuf.

Aus eins mach zwei

Doch nun kommt Bewegung in die Sache: Vista Outdoor wird das Unternehmen in zwei Hälften aufteilen, die beide als unabhängige, börsenkotierte Unternehmen operieren sollen – einmal für Schusswaffen und Munition und einmal für diverse Marken mit Bezug zu Sport und Abenteuern im Freien, darunter auch die vier Marken Giro, Bell, Camelbak und Blackburn.

Diese Aufteilung soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Die Outdoor-Sparte soll unter neuem Namen einen Firmensitz in Bozeman, Montana beziehen.

Vista-Outdoor-Aktionäre freuen sich über Geschäftsgang

Die zeitgleich mit dieser Ankündigung publizierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2021/2022, das im Fall von Vista Outdoor am 31. März endete, fielen glänzend aus: Der Umsatz konnte um 37 Prozent auf über 3 Milliarden US-Dollar gesteigert werden.

Das Outdoor-Segment alleine legte beim Umsatz um 18 Prozent auf mehr als eine Milliarde US-Dollar und der Gewinn konnte auf fast 400 Millionen gesteigert werden.

Empfohlene Artikel

Lachlan Mortons Alt Tour brachte 750'000 Dollar ein. Das Geld kommt dem World Bicycle Relief zugut. Ein Mann zieht den Hut vor einer jungen Frau.
News

Lachlan Morton und NGO spenden Velos

Beim Test der AAA wurde jedes dritte Velo von den Fahrerassistenzsystemen nicht erkannt.
News

Fahrerassistenzsysteme schützen Velos nicht

Der Velocity Kongress 2024 findet nicht in Zürich statt. Ausstellungshalle mit vielen Ständen.
Kommentar

Doppelt abgewatscht