Velolift nach Trondheimer Art

Der weltweit einzige Fahrradlift seiner Art steht seit den Neunzigerjahren im norwegischen Trondheim. In der Schweiz wird die Installation eines solchen Lifts schon zum dritten Mal gefordert.

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Céline Schwarz, Autor (celine.schwarz@velojournal.ch)
News, 06.07.2022

Im Juni 2022 reichten die Jungen Grünen zwei Vorstösse für die Stadt Luzern ein. Zum einen fordern sie die Installation von Velohaltebügeln, Velohaltestangen und Velogeländer, insbesondere an Ampeln. Zum anderen wünschen sie einen Velolift am unteren steilen Teil der Sagenmattstrasse. Für den Vorstoss «Mit Schwung nach Littau» nehmen sie Bezug auf die «Sykkelheisen Trampe». Der weltweit einzige Fahrradaufzug seiner Art steht in Trondheim, Norwegen.

Funktionsweise

Der Lift erleichtert die Auffahrt – aber er bedarf auch Muskelkraft. Der rechte Fuss wird auf eine Platte gestellt, die mithilfe eines Zugseils samt Velofahrerin bergwärts transportiert wird – ähnlich einem Schlepplift für Skifahrende. Um eine stabile Körperlage zu erlangen, gilt es, das Körpergewicht zu verlagern.

Die Fahrgeschwindigkeit beträgt 7.4 km/h, die durchschnittliche Steigung ist 18 Prozent. Für die 130-Meter-Strecke bedeutet das 23 Meter Höhenunterschied und eine Reisezeit von 63 Sekunden.

2013 wurde der Lift durch eine Version ersetzt, welche die in Norwegen verschärften Sicherheitsbestimmungen erfüllt. Die erste Version war bis 2012 in Betrieb gewesen.

Velolifte im Raum Zürich

Ein Jahr davor, 2011, plante die Stadt Winterthur zwei solche Lifte im städtischen Gesamtverkehrskonzept mit ein. Doch die Pläne blieben provisorisch. Zuletzt wurden sie im März 2019 vom Stadtrat auf einen späteren Zeitpunkt und vorbehaltlich eines positiven Prüfungsergebnisses verschoben.

Im November 2012 forderte ein grünliberaler Vorstoss solche Lifte auch für Zürich, worauf der Gemeinderat das Postulat mit 64 zu 53 Stimmen überwies. Damit muss der Stadtrat abklären, ob und wo an steilen Strassen in Zürich Velolifte gebaut werden könnten.

Pro und Contra

Für den Velolift eingesetzt hat sich damals GLP-Gemeinderat Guido Trevisan. Laut ihm steigen Bewohnende in Ausserquartieren von Zürich mit vielen Hanglagen seltener aufs Velo als die übrigen Zürcherinnen und Zürcher. Velolifte seien demnach ein Weg, um mehr Menschen zum Velofahren zu bewegen.

Doch wieso braucht es überhaupt Velolifte, wenn mit einem E-Bike steile Hänge komfortabel befahren werden können? Markus Knauss, Grünen-Gemeinderat und VCS-Geschäftsführer, beantwortete diese Frage gegenüber dem Tages-Anzeiger: Auf Elektrovelos umzusteigen sei nicht ratsam angesichts der hohen Geschwindigkeiten, mit denen E-Bikende zum Teil auf Kreuzungen zuführen.

Luzern als Vorreiterin

Zurück nach Luzern: Unterschrieben ist das Postulat von den beiden Jungen Grünen Grossstadträten Jona Studhalter und Irina Studhalter. Die 29-Jährige hält einen Velolift in Luzern für nützlich und auch «für durchaus bewilligungsfähig im Stadtparlament».

Die Postulanten und Postulantinnen bitten den Stadtrat, nach einer allfälligen Installation die Erfahrung «anderen Gemeinden zur Verfügung zu stellen und bei erfolgreicher Bilanz an anderen Standorten in der Stadt Luzern weitere Velolifte zu prüfen», wodurch eventuell auch überkantonal neuer Wind für den Velolift erzeugt würde.

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