Pete Mijnssen,
Chefredaktor
(pete.mijnssen@velojournal.ch)
News,
29.09.2025
Velodemos in grösseren Städten sind gang und gäbe. Aber ein Velofest mit Umzug ist für Wetzikon neu. Velojournal war an der Premiere dabei.
Pete Mijnssen,
Chefredaktor
(pete.mijnssen@velojournal.ch)
News,
29.09.2025
Die erste Velodemo rollt durch Wetzikon. (Foto: velofreundliches-wetzikon.ch)
Gegen 200 Velofahrende trafen sich am Buss-und Bettags-Sonntag in Wetzikon zu einem Velofest und der ersten Velo-Rundfahrt im Ort überhaupt. Organisiert wurde der Anlass von der SP und den Grünen.
Die beiden Organisatoren Jonathan Assenberg (SP) und Martin Wunderli (Grüne) waren erfreut über den Aufmarsch an diesem (noch) milden Sonntagnachmittag. Gegenüber Medien betonten sie, dass es dabei nicht nur ums festen ging, sondern auch darum, «darauf hinzuweisen, wie wichtig eine sichere Veloinfrastruktur für alle ist».
Die Organisatoren der ersten Velodemo in Wetzikon: Martin Wunderli (links) und Jonathan Assenberg. (Foto: Pete Mijnssen)
Denn die Stadt im Zürcher Oberland plagen seit Langem Verkehrsprobleme, gut sichtbar an den jeweils dichten Autokolonnen direkt durchs Zentrum. Zudem hat die am Pfäffikersee gelegene, viertgrösste Stadt im Kanton Zürich mit ihren 27'000 Einwohnerinnen und Einwohnern Wachstumsschmerzen. Bis 2050 wird die Bevölkerung voraussichtlich um rund 10'000 Personen anwachsen.
Schutzzonen von nationaler Bedeutung und Autobahn-Pläne stehen sich diametral entgegen und sorgen seit Jahrzehnten für rote Köpfe. Geplant in der Auto-Euphorie der Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts hält der Bund noch immer an der Schliessung der Autobahn-A15-Lücke zwischen Uster und Hinwil fest.
Der Variantenentscheid fällt voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2026, zurzeit ist eine Tunnellösung unter Wetzikon hindurch geplant. Mit der Ortsumfahrung bietet sich aber auch eine einmalige Chance, den innerstädtischen Verkehr neu zu denken.
Vor knapp sechs Jahren wurde deshalb eine von den Grünen lancierte Motion zur Aufwertung rund um den Bahnhof vom Parlament einstimmig an den Stadtrat überwiesen. Der Vorstoss «Stadtraum Bahnhof Wetzikon» verlangt im Zentrum eine städtebauliche und betriebliche Aufwertung, «um einen attraktiven und pulsierenden Lebensraum für Begegnungen sowie einen neuen, regionalen Bushof zu schaffen».
Vor allem soll das gesamte Areal an die veränderten Anforderungen der Verkehrsflüsse, insbesondere des sogenannten Langsamverkehrs, angepasst werden.
Martin Wunderli und Jonathan Assenberg: «Eine sichere Veloinfrastruktur für alle ist wichtig». (Foto: Raphael Zarth)
Eine moderne und gut vernetzte Bahnhofs-Verkehrsdrehscheibe mit einem neuen regionalen Bushof mit schnellen Umsteigemöglichkeiten soll eine reibungslose Abwicklung des öffentlichen Verkehrs garantieren.
Die heute zu knappen 300 Veloparkplätze sollen auf 900 erhöht werden. Davon befinden sich 250 in der neu zu bauenden, unterirdischen Velostation. Mit einem direkten Perron-Zugang wird sie für mehr Komfort und Sicherheit sorgen.
Eine durchgehende Bahnunterführung-Nord, (Kantonale-Veloroute) würde zudem einen markanten Zuwachs an Veloparkplätzen bringen.
Die Gesamtinvestitionen für alle Infrastrukturprojekte belaufen sich auf ca. 90 Mio. Franken. Davon erhält die Stadt ca. 23 Mio. Franken aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes zurück. Die effektiven Nettoinvestitionen für die Stadt Wetzikon belaufen sich «nur» auf rund 61 Mio. Franken, verteilt auf eine Bauzeit von 15 Jahren.
Dies entspricht einer jährlichen Investition von etwa 4 Mio. Franken. Diese Summe ist im langjährigen Finanzplan der Stadt Wetzikon bereits eingeplant und von der Stadt gut tragbar. «Ein Leuchtturmprojekt für die nächsten Generationen», so das Fazit von Martin Wunderli.
Über die Vorlage wird voraussichtlich im Frühling des nächsten Jahres abgestimmt werden. Bis Velofahrende und Personen zu Fuss in Wetzikon komfortabler leben, wird noch einige Zeit vergehen. Und vielleicht brauchts dann nochmals ein paar Velofeste mehr, um dem Willen dazu Nachdruck zu verleihen. Oder auch einfach, um zu feiern.

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