Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
31.12.2022
Das Jahr geht zu Ende. Bevor wir uns ins nächste stürzen, wollen wir nochmals kurz zurückschauen, was sich in der Velowelt getan hat und welche Themen uns bewegten.
Julie Nielsen,
Redaktorin
(julie.nielsen@velojournal.ch)
News,
31.12.2022
Die Corona-Pandemie bescherte dem Velo einen beispiellosen Boom. Die hohe Nachfrage führte zu zahlreichen Engpässen in den bereits durch pandemiebedingte Massnahmen strapazierten Lieferketten.
Diese Kombination bescherte den Velowerkstädten nicht nur rosige Zeiten. In den vergangenen Jahren mussten Kunden und Velohändler geduldig sein.
Die überall registrierten Verzögerungen bei der Versorgung mit Rohstoffen schlugen auf die Produktionsplanung durch. Covid-19 brachte die Lieferketten massiv aus dem Takt.
Doch trägt das Corona-Virus nicht die alleinige Schuld an den langen Wartezeiten. Auch die Frachtbranche – allem voran der Hochseetransport – hat einen Anteil an der Misere.
Tatsächlich gehen immer wieder Container über Bord der Hochseefrachter. In den vergangenen zwei Jahren war die Anzahl auf See verlorener Fracht mit 3100 Containern rund viermal höher als in der Vergangenheit.
Die schwierige Mischung aus hoher Nachfrage an Velos und langen Lieferzeiten bekommen auch die Velo-Werkstätten zu spüren.
Trotz anhaltend hoher Verkaufszahlen führt der Veloboom paradoxerweise nicht automatisch zu mehr Profit bei den Velomechanikern. Tatsächlich habe sich die Rentabilität der Werkstätten in den vergangenen Jahren nicht verbessert.
Laut der Befragung «Werkstattumfrage Velohandel Schweiz 2022» geben lediglich 55 % der Fachgeschäfte an, mit der Werkstatt Geld zu verdienen. Dieser Wert ist seit der letzten Befragung sogar zurückgegangen.
Urs Rosenbaum, der die Befragung mit durchführte nennt folgende Gründe: «Zahlreiche Geschäfte verloren in den letzten zwei Jahren mit der Suche nach den passenden Ersatzteilen oder angemessenen Alternativen viel Zeit. Auch litt die Effizienz in der Werkstatt durch zahlreiche Garantiefälle an neu verkauften Velos und Elektrovelos. Bei manchen Herstellern litt die übliche Fertigungsqualität unter dem enormen Nachfragedruck der letzten beiden Jahre, Händler als erste nächste Anlaufstelle der Velofahrenden mussten dann nachbessern.»

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