Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
11.10.2022
Ist das Unfallrisiko mit einem E-Bike höher als mit einem normalen Velo? Nicht unbedingt, wie eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt. Doch es gibt Nuancen.
Fabian Baumann,
Redaktor
(fabian.baumann@velojournal.ch)
News,
11.10.2022
Das Unfallgeschehen mit E-Bikes unterscheidet sich nicht wesentlich von jenem mit Velos. (Foto: Dovile Ramoskaite, Unsplash)
Elektrovelos erfreuen sich in vielen Ländern hoher Beliebtheit, so auch in Deutschland. Genau wie in der Schweiz geht aber auch in unserem nördlichen Nachbarland mit den steigenden Verkaufszahlen von E-Bikes ein Anstieg der Unfallzahlen einher.
Immer wieder werden auch Stimmen laut, die behaupten, dass Elektrovelos gefährlicher als normale Fahrräder sein. Eine Studie des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft bzw. der Unfallforschung der Versicherer (UDV) bringt nun Licht ins Dunkel. Untersucht wurden die Unfälle in Deutschland des Jahres 2019.
Der Bericht besagt, «dass das Pedelec-Unfallgeschehen nach wie vor im Wesentlichen dem klassischen Zweirad-Unfallgeschehen entspricht». Allerdings mit einigen Besonderheiten.
Laut Unfallforschung der Versicherer werden E-Bikes in Deutschland überwiegend von älteren Personen genutzt. Doch die Jungen holen auf. (Foto: ZVG)
Die Altersgruppe der über 55-Jährigen verunfallt häufiger mit E-Bikes als mit normalen Velos. Während etwa 62 % der an einem Unfall beteiligten Elektrovelofahrenden mindestens 55 Jahre alt war, waren nur 36 % der im Velounfälle verwickelten Personen über 55-jährig. Auch das Risiko für Verletzungen und tödlich verlaufende Unfälle steigt mit zunehmendem Alter.
«Ältere Menschen weisen eine höhere Vulnerabilität auf», heisst es im Bericht der UDV. Dadurch sei es wahrscheinlicher, dass sie sich im Falle eines Sturzes oder Zusammenstosses schwerer verletzen. Das gilt sowohl für Velo- als auch für E-Bike-Unfälle.
Der Anteil Schwerverletzter oder Getöteter ist in der Alterskategorie über 55 beim E-Bike allerdings höher als beim Fahrrad. Die UDV führt diesen Umstand darauf zurück, dass Elektrovelos in Deutschland «hauptsächlich von älteren Personen gefahren werden».
Ein etwas anders Bild ergibt sich, wenn die Jahresfahrleistung, also die mit Velo oder E-Bike zurückgelegte Strecke je Altersgruppe miteinbezogen wird. Hier habe sich gezeigt, dass jüngere (18- bis 34-jährige) und ältere (über 75-jährige) E-Bike-Fahrende ein höheres Unfallrisiko als gleichaltrige Radfahrende hätten.
Hingegen hätten erwachsene Personen zwischen 35 und 74 Jahren kein erhöhtes fahrleistungsbezogenes Unfallrisiko – weder auf dem E-Bike noch auf dem normalen Fahrrad.
Von einer guten Infrastruktur wie hier in Kopenhagen profitieren Velo- und E-Bike-Fahrende gleichermassen. (Foto: Philipp Böhme, Qimby)
Ein Ende des E-Bike-Booms sei nicht Sicht, schreiben die Verfasser der UDV-Studie im Fazit. Es bedürfe daher weiterer Anstrengungen, um die Sicherheit von Elektrovelofahrerinnen und -fahrern zu verbessern.
Weil das Unfallgeschehen mit E-Bikes Parallelen zu jenem mit normalen Velos aufweise, sprechen sich die Autorinnen und Autoren für den weiteren «Ausbau sicherer Radverkehrsanlagen» aus.
Ferner könnten auch spezifische Fahrsicherheitskurse, das Tragen eines Velohelms und Beratung und Aufklärung beim E-Bike-Kauf dazu beitragen, die Sicherheit zu erhöhen.
Mit Blick auf das Unfallgeschehen bei Seniorinnen und Senioren empfehlen sie zudem, die Motorunterstützung von Elektrovelos stärker an die Tretleistung zu koppeln.
Für die aktuelle Studie hat die UDV Unfalldaten aus dem Jahr 2019 ausgewertet. Die Analyse basiert auf Zahlen der Statistischen Ämter der Länder und beinhaltet polizeilich gemeldete E-Bike- und Velonfälle mit Personenschaden in Deutschland.
Zudem wurde erstmals das fahrleistungsbezogene Unfallrisiko berechnet. Basis dafür bildete die Studie «Mobilität in Deutschland 2017».

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