Starkes Votum gegen die Reservationspflicht

Pro Velo und weitere Organisationen fordern die Abschaffung der erweiterten Reservationspflicht für den Velotransport. Am 6. September haben sie eine von mehr als 54'000 Menschen unterzeichnete Petition eingereicht.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 07.09.2021

Seit März 2021 gilt bei den SBB eine erweiterte Reservationspflicht für den Transport von Fahrrädern. Pro Velo und 13 weitere Organisationen wehren sich dagegen mit einer Petition. Mehr als 54'000 Menschen haben diese unterzeichnet. Linus Looser, Leiter Produktion Personenverkehr der SBB, nahm am 6. September die Petition in Bern entgegen. Gleichzeitig wurden die Unterschriften auch bei der Bundeskanzlei eingereicht.

Die Petition «Gegen die Reservationspflicht – Für ein offenes System Bahn und Velo» verlangt, dass der Veloselbstverlad mit dem Zug einfacher und die Reservationspflicht abgeschafft werden. Ansonsten drohe eine Verlagerung von der Schiene auf die Strasse, so die Petitionäre. «

Die 54'000 Velofahrenden fordern, dass die SBB dafür sorgt, auf den beliebten Stecken mit geeignetem Rollmaterial genügend Platz für die Velomitnahme zu schaffen», sagt Pro-Velo-Geschäftsleiter Jürg Buri.

Und VCS-Präsident Ruedi Blumer ergänzt: «Immer mehr Menschen kombinieren Velo und Zug, im Alltag wie in der Freizeit. Diese Kombination ist umwelt- und klimapolitisch erwünscht und darf nicht durch die Reservationspflicht behindert werden.»

«Die Petition fordert die sofortige Verbesserungen an der App und mittelfristig eine bedarfsgerechte Erhöhung des Platzangebotes für Velos und somit die Abschaffung der Reservationspflicht, die seit dem 21. März 2021 in allen Intercity-Zügen von Freitag bis Sonntag gilt.»

Jürg Buri, Geschäftsleiter Pro Velo Schweiz

Umsetzung muss verbessert werden

Das Petitionskomitee anerkenne zwar, dass angesichts der sehr schnell wachsenden Nachfrage nach Velomitnahme im Zug die nötigen Kapazitäten nicht innert kurzer Zeit geschaffen werden könnten. Allerdings habe sich diese Nachfragesteigerung bereits seit Langem abgezeichnet. Die SBB hätten den Trend schlicht verschlafen, heisst es weiter in einer Mitteilung von Pro Velo Schweiz.

Künftige Rollmaterialbeschaffungen müssten die Bedürfnisse der Bahnfahrenden mit Velo stärker berücksichtigen. Zudem müssten die SBB die Umsetzung der Reservationspflicht stark verbessern.

«Denn dieser Sommer hat gezeigt: Mit der SBB-App sind Reservationen insbesondere für Gruppen sehr aufwändig, oft kommt es auf dem Perron und im Zug zu Pannen. Deshalb fordert die Petition sofortige Verbesserungen an der App und mittelfristig eine bedarfsgerechte Erhöhung des Platzangebotes für Velos und somit die Abschaffung der Reservationspflicht, die seit dem 21. März 2021 in allen Intercity-Zügen von Freitag bis Sonntag gilt», bringt Jürg Buri das Ziel der Petition auf den Punkt.

Empfohlene Artikel

Fahrradsignet auf Zugtüre
Politik

So nicht, liebe sbb!

Ein Zug in dem viele Fahrräder im Eingangsbereich stehen

Gut ist nicht gleich gut

Ein Velo ist auf einem Heckträger am Auto montiert
News

Extra Nummernschild für Heckveloträger