SOB testet flexible Zugabteile für Velos

Immer häufiger werden Velos in Zügen transportiert. Eine Herausforderung für Bahnunternehmen. Sie Schweizerische Südostbahn testet in einem Pilotprojekt flexible Abteile, die sich auch in Veloabteile verwandeln lassen.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 19.12.2023

Sie Schweizerische Südostbahn (SOB) will ihre Zugabteile für Fahrgäste flexibler nutzbar machen. Die Innenausstattung soll sich den Bedürfnissen den Reisenden anpassen lassen, denn diese ändern sich laut SOB je nach Uhrzeit, Wochentag oder Saison. «Trotzdem bieten wir zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter stets das gleiche Angebot an Sitz- und Stellplätzen an», sagt Urs Brütsch, Leiter Mobilität bei der SOB. Es sein ein regelrechtes Dilemma des öffentlichen Verkehrs, dem nun mit einem Pilotprojekt Abhilfe geschaffen werden soll.

Modulare Abteile für mehr Flexibilität

Die Firma Erfindergeist aus Rorschacherberg hat ein neuartiges modulares System für die SOB entwickelt, das sich ohne grosses Umrüsten in die bestehenden Züge integrieren lässt. Es dauert keine Minute, um zwei Viererabteile auf die Seite zu klappen, die dafür eine Fläche für sechs Velos freigeben. Kinderwagen sind auf der gegenüberliegenden Seite vorgesehen. Die Piktogramme am Boden zeigen auf, wo was hingehört. Die konfigurierbaren Abteile werden während eines Jahres in einem Flirt-Zug getestet. Bahnreisende erkennen das Abteil von aussen an den weissen Symbolen neben der Schiebetür.

Wichtige Datenerhebung

Während des Pilotprojekts werden die neuartigen Abteile je nach Einsatzgebiet des Fahrzeuges sowohl von Mitarbeitenden im Service-Zentrum als auch von Zugpersonal vorab oder spontan der auf die zu erwartende Nachfrage konfiguriert. Selber Hand anlegen ist nicht erwünscht. Jedoch setzt die SOB auf intensive Zusammenarbeit mit den Kunden und Kundinnen. Mittels in den neuen Abteilen platzierten QR-Codes können Zugreisende Feedback geben. Ausserdem setzt die SOB im Rahmen eines anderen Projekts ein Videosystem ein. Dieses erfasst Gepäckstücke und Velos. Mit diesen entstandenen Daten will die SOB evaluieren, wie viel Gepäck, wann auf welchen Routen transportiert wird und wird ihre Züge entsprechend bereitstellen.

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