Shimano erneuert die «Ultegra» rundum

Nachdem Shimano die «Dura-Ace» für das Modelljahr 2022 erneuert hat, folgt nun der nächste Schritt. Auch die «Ultegra» erhält ein kräftiges Update und bekommt viele technische Merkmale der Topgruppe weitergereicht.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@gmx.ch)
News, 18.09.2021

Vor einer Woche hat Shimano die neue Top-Rennvelogrupppe «Dura-Ace» präsentiert. Der japanische Komponentengigant belässt es aber nicht dabei, sondern hat auch die Nummer zwei in der Hierarchie der Rennvelo-Gruppen für das Modelljahr 2022 rundumerneuert.

Dabei bekommt die «Ultegra 8100» eine Menge technologischer Neuerungen der grossen Schwester spendiert. Etwa die überarbeitete «Di2»-Plattform, die ausser einer drastisch erhöhten Geschwindigkeit der Gangwechsel in der Variante mit hydraulischen Scheibenbremsen auch eine drahtlose Kommunikation zwischen Schalthebeln, Schaltwerk und Umwerfer bringt.

Shimano «Ultegra Di2»

Der «Di2»-Akku, das Schaltwerk und der Umwerfer bleiben miteinander verkabelt, wobei das Beladen des im Sitzrohr steckenden Akkus über einen USB-Zugang am Schaltwerk erfolgt. Dieses Schaltwerk dient quasi als das «Gehirn» des Systems, hat einen Transmitter zur Verbindung mit Smartphones und GPS-Velocomputern und weist zudem einen versteckten Knopf auf, über den sich die verschiedenen Schaltmodi ansteuern lassen.

In der nach wie vor angebotenen Variante für per Kabel angesteuerte Seitenzug-Bremsen verlaufen auch zwischen den Schalthebeln und den übrigen «Di2»-Komponenten wie gewohnt Kabel.

12 Ritzel an der Kassette

Keine Überraschung ist, dass auch die «Ultegra 8100» Zwölffach-Kassetten mit «Hyperglide+»-Technologie in den Varianten 11-30 und 11-34 bekommt. Diese Kassetten passen auf Elfgang-HG-Freilaufkörper und lassen sich mit bestehenden Laufrädern kombinieren.

Bei den Kurbeln bietet Shimano erstmals auf «Ultegra»-Stufe ab Werk und als Option eine sauber in den rechten Kurbelarm integrierte Leistungsmessung an. Die Kettenblätter gibt es in den Varianten 50/34 und 52/36, nicht aber in der ganz grossen Version 54/40, und bei den Kurbellängen deckt Shimano einen Bereich von 160 bis 175 mm ab.

Scheibenbremsen mit neuer Technik

Bei den Scheibenbremsen hält die aus dem Mountainbike-bereich bekannte «Servowave»-Technologie Einzug, mit weniger Leerweg und mehr Hebelweg zur Modulierung der Bremskraft.

Um unerwünschtes und nervtötendes Schleifen zu verhindern, hat Shimano den Abstand zwischen den Bremsbelägen und den Scheiben um zehn Prozent vergrössert. Zudem kommen Bremsscheiben aus dem Mountainbike-Sortiment mit «Ice Tech»-Technologie zum Einsatz.

Auch bei den «Ultegra»-Scheibenbremsen gestaltet sich der Entlüftungsvorgang dank der Trennung von Entlüftungsnippel und Öffnungsschraube künftig einfacher, weil so der Bremssattel nicht mehr demontiert werden muss.

Laufräder mit Carbonfelgen

Auf «Ultegra»-Stufe bietet Shimano zudem drei neue «WHR8170»-Laufräder mit Carbonfelgen, einer Maulweite von 21 mm und Profilhöhen von 36, 50 oder 60 mm. Anders als bei der «Dura-Ace» werden von diesen Laufrädern weder Versionen für Felgenbremsen noch für Tubular-Aufbauten (auch als Collé bekannt) angeboten.

Für anspruchsvolle Breitensportler, an die sich die neue «Ultegra 8100» vor allem richtet, setzt Shimano somit auf die Kombination von Scheibenbremsen, Steckachsen und für Tubeless-Aufbauten geeignete Felgenprofile – und dennoch gehören auch neue Seitenzug-Felgenbremsen zur überarbeiteten «Ultegra».   

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