Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
E-Bike,
News,
11.05.2026
Ein massiver Gewinneinbruch zwingt Porsche zu einer drastischen Massnahme. Der deutsche Sportwagenbauer zieht als «strategische Neuausrichtung» die Reissleine und beendet sein gesamtes Engagement im E-Bike-Markt.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
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11.05.2026
Porsche wollte vom E-Bike-Boom profitieren. Nun stoppt der Sportwagenbauer alle Aktivitäten in dieser Richtung. Mehr als 500 Personen verlieren ihre Stelle. (Fotos: zVg Porsche eBike Performance)
Dass sich die deutsche Autoindustrie und im Speziellen die Sportwagenbauer mit der fortschreitenden Elektrifizierung schwertun, ist nichts Neues. Da der Gewinn von Porsche zuletzt jedoch um drastische 91,4 Prozent einbrach, greift der Konzern nun hart durch und beendet sein E-Bike-Geschäft.
In einer knapp gehaltenen Meldung vom 8. Mai bestätigt das Unternehmen, was hinter vorgehaltener Hand in Branchenkreisen schon länger vermutet wurde: Porsche stellt die Aktivitäten der Porsche eBike Performance GmbH ein und schliesst gleichzeitig die Betriebe an den Standorten Ottobrunn (Deutschland) und Zagreb (Kroatien). Von der Schliessung sind rund 350 Mitarbeitende betroffen, die nun ihre Stellen verlieren.
Radikaler Rückzug: Porsche beendet mit sofortiger Wirkung sein gesamtes Engagement im E-Bike-Sektor, um sich wieder voll auf das Kerngeschäft (Sportwagen) zu konzentrieren.
Finanzieller Druck: Auslöser ist ein massiver Gewinneinbruch von 91,4 %. Das Unternehmen muss drastische Sparmassnahmen umsetzen.
Job-Verlust: Über 500 Angestellte verlieren ihre Stellen. Betroffen sind die Standorte Ottobrunn (D) und Zagreb (HR) der Porsche eBike Performance GmbH sowie Tochterfirmen wie Cellforce und Cetitec.
Aus für Fazua: Auch die 2022 komplett übernommene Antriebsmarke Fazua wird eingestellt. Bestehende Kunden sollen jedoch weiterhin Ersatzteile und Service erhalten.
Gescheiterte Ambitionen: Ein eigener Porsche-Antrieb schaffte es nie bis zur Marktreife; auch das Joint Venture P2 Bikes mit Pon Holdings wurde bereits beendet.
Als Porsche ins Velogeschäft einstieg, waren sowohl Ambitionen als auch die Erwartungen gross. Vier Jahre später überwiegt der Katzenjammer.
«Diese Massnahme steht im Einklang mit der strategischen Konzentration der Porsche AG auf ihr Kerngeschäft», heisst es in der offiziellen Pressemitteilung. Die Porsche eBike Performance GmbH war einst mit grossen Ambitionen gegründet worden. Im Vordergrund stand der Plan, leistungsstarke E-Bike-Antriebssysteme zu entwickeln und weltweit zu vermarkten.
Zur Markteinführung eines eigenen E-Bike-Antriebssystems von Porsche kam es jedoch nie. Jetzt folgt der endgültige Schlussstrich: «Aufgrund grundlegend veränderter Marktbedingungen für E‑Bike-Antriebe werden die Aktivitäten des Joint Ventures eingestellt», begründet das Unternehmen den Schritt.
Mit Fazua verfügte Porsche bereits über einen am Markt etablierten Hilfsantrieb für E-Bikes. Auch dieses Produkt soll nun eingestellt werden.
Eine brennende Frage für die Velobranche bleibt die Zukunft der bereits auf dem Markt befindlichen E-Bikes mit Fazua-Antrieb. Der bayrische Motorenhersteller Fazua wurde im Jahr 2022 vollständig von Porsche übernommen.
Auf Anfrage der Branchenpublikation velobiz.de erklärt ein Porsche-Sprecher dazu: «Für Fazua-Kunden wird es weiterhin ein Angebot für Ersatzteile und Service im Handel geben. Weitere Informationen werden zeitnah kommuniziert.» In der gleichen Mitteilung bestätigte Porsche zudem, dass auch die Tochterunternehmen Cellforce Group GmbH und Cetitec GmbH nicht weitergeführt werden. Davon sind weitere 50 beziehungsweise 90 Mitarbeitende betroffen.
Der Rückzug kommt nicht völlig überraschend. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte Porsche bei einem weiteren Joint Venture im E-Bike-Bereich den Stecker gezogen. Gemeinsam mit Pon Holdings hätten unter dem Markennamen P2 Bikes neue E-Bikes entwickelt und auf den Markt gebracht werden sollen – ein Projekt, das die Strassen nun ebenfalls nie sehen wird.

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