Stadt Zürich geht gegen falsch parkierte E-Trottis vor

Achtlos abgestellte Leihfahrzeuge auf Zürcher Trottoirs werden zunehmend zum Problem. Deshalb will die Stadt nun Massnahmen ergreifen. Das freut die einen und ärgert die anderen.

Frederic Härri, Redaktor (frederic.haerri@velojournal.ch)
News, 12.08.2026

Die Leihgefährte von Anbietern wie Lime, Bolt oder Voi sind seit einigen Jahren Teil des Schweizer Stadtbilds. Der praktische Nutzen der E-Scooter und E-Bikes ist schnell ersichtlich: Via App können sie bequem entriegelt und nahezu überall abgestellt werden. Es ist dies der sogenannte Free-Floating-Ansatz, an welchem sich die Befürworter solcher Fortbewegungsmittel erfreuen. 

Doch damit könnte bald Schluss sein – zumindest in der Stadt Zürich. Das jedenfalls legt ein Artikel des «Tages-Anzeiger» nahe. Demnach sollen die Fahrzeuge im Kreis 1 und in Bahnhofsnähe künftig nur noch an vorgeschriebenen Stationen parkiert werden dürfen. Vergleichbar ist jenes Prinzip mit jenem der Publibikes, für die in der Stadt verteilt festgelegte Zonen bestehen. 

Auch Halbierung ist geplant 

Hintergrund der geplanten Änderung sind Sicherheitsbedenken. Achtlos auf Trottoirs abgestellte E-Scooter oder E-Bikes sind nicht lediglich ein Ärgernis, sondern stellen auch ernstzunehmende Hindernisse für gehbehinderte Personen dar. Aus diesem Grund plant das Sicherheitsdepartement der Stadt zudem, die Gesamtzahl der Leihfahrzeuge auf 3000 zu beschränken. Dies käme mehr als einer Halbierung der derzeitigen Flotte gleich. Gegenwärtig bieten acht Firmen 7350 Fahrzeuge an, künftig soll es nur noch deren drei Anbieter geben, wie der «Tages-Anzeiger» erfahren hat.

Die einen fordern mehr, die anderen weniger 

Für die einen gehen die geplanten Einschränkungen zu weit, für andere nicht weit genug. SP und Grüne fordern in einem Postulat, dass das stationäre Parkieren in der ganzen Stadt gelten soll. Die Alternative Linke stellt sich einen städtischen Dienst vor, der missbräuchlich abgestellte Leihfahrzeuge entfernt. Die eingezogenen Fahrzeuge könnten von den Anbietern gegen eine Gebühr zurückgeholt werden. 

«Die Firmen würden ihre Kundinnen und Kunden besser dazu ermahnen, korrekt zu parkieren», folgert AL-Gemeinderat Michael Schmid gegenüber dem «Tages-Anzeiger». 

FDP und SVP lehnen die links-grünen Vorstösse ab. Das stationäre Modell – speziell in Aussenquartieren der Stadt – würde das Geschäft der Anbieter gefährden, heisst es. «Der Eingriff in die Privatwirtschaft ist zu gross», findet SVP-Gemeinderat Stephan Iten.

Anbieter zeigen Eigeninitiative

Wie gehen derweil die Leihunternehmen mit dem Problem der falsch parkierten Trottinette und E-Bikes um? Mit Eigeninitiative, wie es scheint: Einige Anbieter haben eine Online-Plattform eingerichtet, auf welcher missbräuchlich abgestellte Fahrzeuge gemeldet werden können. Und der Anbieter Lime führt seit einigen Monaten Fusspatrouillen an stark frequentierten Orten durch. 

Noch vor den Herbstferien soll das Postulat von SP und Grüne im Stadtparlament diskutiert werden. Ob die privaten Anbieter dem Beispiel von Publibike folgen müssen und stationär gebunden werden, wird sich in den kommenden Monaten weisen.

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