Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velojournal.ch)
News,
24.09.2026
Gärtner transportieren Werkzeug und Pflanzen, Sanitärinstallateure Ersatzteile, Maler Farbe und Leitern: Dienstleister entdecken das Lastenvelo als Arbeitsfahrzeug. Besonders in Städten kann es den Lieferwagen teilweise.
Aline Kuenzler,
Autorin
(aline.kuenzler@velojournal.ch)
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24.09.2026
Freude am Velo und an der Arbeit: Beim City Maler wird auf dem Arbeitsweg pedaliert. (Bild: City Maler)
Besonders weit entwickelt ist diese Form des Gewerbeverkehrs in Genf. Dort entstand 2019 der Zusammenschluss «Les Artisans à vélo». Zum Gründerteam gehörten eine Lastenvelo-Händlerin, ein Sanitärunternehmer und ein Gastronom.
2021 erklärte Mitgründer Alexandre Rousset gegenüber « Pro Velo Info » die Idee dahinter: «Nous avons décidé de créer l’association afin d’unir nos forces, d’être visibles, de mutualiser nos expériences». Die Mitglieder wollten also Erfahrungen bündeln, sichtbarer werden und anderen Unternehmen zeigen, welche Möglichkeiten das Lastenvelo bietet. Rousset räumte gleichzeitig ein, dass nicht jedes Gewerbe vollständig aufs Velo umstellen könne. Oft lasse sich der Einsatz motorisierter Fahrzeuge aber zumindest reduzieren.
Auch klassische Handwerksbetriebe gehören zu den Genfer Velopionieren. Die Tribune de Genève porträtierte 2020 einen Zimmermann, einen Sanitärinstallateur und einen Elektriker, die das Lastenvelo als Arbeitsfahrzeug einsetzen: Thierry Monney von «Home Sweet Wood», Alexandre Coianiz von «Sani-Renov» und Jérôme Rostoll von «Electritec». Die Zeitung stellte dabei vor allem einen praktischen Vorteil heraus: Mit dem Velo lassen sich Stau und Parkplatzsuche umgehen.
Home Sweet Wood setzt das Velo beispielsweise für Holz- und Zimmermannsarbeiten ein. Das Unternehmen bezeichnet die Anfahrt per Velo selbst als schnellen, stressfreien und wirtschaftlichen Zugang zu Baustellen. Beispiel dafür, dass ein Cargobike für Unternehmen eine Alternative zum Lieferwagen sein kann.
Dass Sanitärarbeiten per Velo auch ausserhalb Genfs funktionieren, zeigt «Gully Bike in Bern». In einem Porträt von Pro Velo Bern berichtet der Betrieb nicht nur von positiven Reaktionen der Kundschaft, sondern auch von ganz profanen Herausforderungen: Für breite Cargobikes brauche es genügend Platz und im Winter frühzeitig geräumte Velowege.
Noch konsequenter geht Sascha Münsch in Luzern vor. Sein Citymaler erledigt laut Luzernmobil sämtliche Aufträge mit dem Velo. Das dafür entwickelte Arbeitsfahrzeug transportiert das Material zu den Baustellen; selbst Aufträge ausserhalb der Luzerner Agglomeration seien mit entsprechender Planung möglich. «Das Velo bedeutet für mich Freiheit», sagt Münsch im Porträt von Luzernmobil.
Die Motivation hinter dem Velo-Einsatz ist dabei nicht nur ökologischer Natur. Gerade in dicht bebauten Städten können Stau, Zufahrt und Parkplatzsuche einen erheblichen Teil eines Arbeitseinsatzes ausmachen. Ein Lastenvelo benötigt wenig Fläche und kann häufig näher ans eigentliche Ziel gelangen.
Dass sich selbst ein materialintensiver Beruf teilweise aufs Velo verlagern lässt, demonstriert «Fuchs & Igel» in Zürich. Das Gartenbauunternehmen transportiert einen Grossteil des Materials mit Lastenvelos und Anhängern. Dies umfasst beispielsweise Maschinen, Geräte und sogar Totholz, das per Cargobike transportiert wird.
Die Beispiele zeigen: Das Lastenvelo muss den Lieferwagen nicht in jedem Betrieb vollständig ersetzen. Seine Stärke liegt vielmehr dort, wo relativ wenig Volumen über kurze Strecken bewegt wird und gleichzeitig viele Stopps anfallen. Genau diese Kombination findet sich bei erstaunlich vielen Dienstleistungen.
Das Velojournal hat Angebote aus der ganzen Schweiz auf einer interaktiven Karte zusammengetragen. So lässt sich rasch herausfinden, welche Gärtner, Handwerker, Gesundheitsfachpersonen und weiteren Dienstleister in der eigenen Region mit Velo oder Lastenvelo unterwegs sind.
Die Karte darf gerne weiterwachsen: Kennen Sie weitere Angebote, die noch fehlen? Melden Sie sich direkt bei der Autorin aline.kuenzler@velojournal.ch .

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