Motion fürs Mountainbike

Nach der Bestandes- und Bedarfsanalyse zur Mountainbike-Infrastruktur im Kanton Zürich wurde Anfang Oktober die passende Motion eingereicht. Jetzt sollen mehr Trails für Mountainbikende in Zürich entstehen.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 11.10.2023

Der Kanton Zürich fand mit einer Bestandes- und Bedarfsanalyse zur Mountainbikeinfrastruktur heraus, dass der Bedarf an Trails erheblich grösser ist als das aktuelle Angebot. Die Resultate der Analyse sind eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des im Januar 2023 in Kraft getretenen Veloweggesetzes. Das Gesetz verpflichtet Kantone, auch das Mountainbike in der Planung und Umsetzung des Velowegnetzes zu berücksichtigen. Die Analyse zeigt deutlich, dass das aktuelle Angebot an Trails und Wegen fürs Mountainbike der steigenden Nachfrage nicht gerecht wird.

 

Breite Unterstützung für die Motion

In der von Andrew Katumba (SP) initiierten und überparteilich (Mitte, GLP, Grüne, EVP, AL) breit abgestützten Motion wird deshalb der Regierungsrat aufgefordert dem Kantonsrat eine planungsrechtliche Grundlage für eine Mountainbike-Infrastruktur auf Kantonsgebiet zu unterbreiten. Beim Ausbau des Netzes soll ein friedliches Miteinander von wandernden und bikenden Personen im Naherholungsgebiet im Vordergrund stehen. «Mit einer attraktiven und bedarfsgerechten MountainbikeInfrastruktur soll die Nachfrage so weit gelenkt werden, um Nutzerkonflikte mit anderen Erholungssuchenden möglichst zu minimieren und Natur, Wild und Landschaft zu schonen.», schreiben die Initianten in der Motion.

Züri Trails und Trail Friends mit an Bord

Die beiden Zürcher Mountainbike Vereine Züri Trails und Trail Friends Kanton Zürich unterstützen die Motion fordern als interessierte Organisationen und Experten in die Planung miteinbezogen zu werden: «Es braucht einen aktiven Einbezug der Interessenvertretungen der Mountainbiker/innen in die Planung und Umsetzung des Veloweggesetzes sowie weiteren Aktivitäten im Bereich Mountainbike.» Ausserdem betonen die beiden Vereine die Wichtigkeit einer offen kommunizierten Koexistenz auf den bereits bestehenden Wegen und wünschen sich eine klare Positionierung vom Kanton: «Nach Art. 6 des kantonalen Waldgesetzes von Zürich ist Radfahren auf Strassen und Wegen erlaubt - bis heute hat der Kanton jedoch keine klare Stellungnahme zur Koexistenz gegeben.» Ausserdem sollen an Stellen mit hohem Nutzungsdruck zusätzliche attraktive Mountainbike-Strecken gebaut werden, um für eine Entflechtung zu sorgen. «Damit können Konflikte mit anderen Erholungssuchenden verhindert sowie Natur, Wild und Landschaft geschont werden.», schreiben die beiden Vereine in einer Medienmitteilung.

Wie geht es weiter?

Der Regierungsrat hat seit dem Erhalt der Motion drei Monate Zeit, dem Kantonsrat mitzuteilen, ob er das Anliegen unterstützt oder nicht. Wenn eine Parlamentsmehrheit die Motion unterstützt, hat der Regierungsrat nach der Überweisung der Motion zwei Jahre Zeit, die entsprechende Gesetzesanpassung auszuarbeiten. Züri Trails gibt sich optimistisch: «Wenn das Parlament sich gegen das Anliegen der Motion entscheidet, ist die Motion erledigt. Das Eintreffen dieses Szenarios scheint aktuell eher unwahrscheinlich - eine Mehrheit der Fraktionen unterstützt die Motion. Fürs erste heisst das jetzt: Wir warten gespannt ab. Wir sind optimistisch, dass mit der Motion die bisher existierende Lücke eines politischen Auftrags im Bereich der Mountainbike-Infrastruktur im Kanton Zürich gefüllt werden kann.»

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