Mobilität kostet

Velofahren ist eine umweltfreundliche und günstige Alternative zum Auto. Allerdings ist Velofahren nicht so günstig, wie gemeinhin angenommen wird. Aber: Je häufiger das Velo genutzt wird, desto mehr bezahlt es sich.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 05.04.2023

Wer ein Auto besitzt, hat laufende Ausgaben für den Betrieb des Fahrzeugs. Das Gleiche gilt auch für Velos – nur in geringerem Umfang. Jedoch fallen Durchschnittskosten pro zurückgelegtem Kilometer höher aus, als man denkt.

Für die Berechnungen wurde zwischen Betriebskosten und Kilometerkosten unterschieden.

Betriebskosten beinhalten alle laufenden Kosten nach dem Kauf eines Velos wie Reparaturen, Service, Strom, Versicherungen und Velozubehör ohne Amortisationskosten.

Die Kilometerkosten bilden die Kosten pro gefahrenem Kilometer inklusive Anschaffungspreis bei einer Nutzungsdauer von 10 Jahren ab.

Je mehr Fahrtunterstützung,  desto teurer

Die Kosten für ein gewöhnliches Velo fallen am geringsten aus, da es mit reiner Muskelkraft gefahren wird und in der Anschaffung weniger zu Buche schlägt als ein E-Bike. Zudem sind auch die Unterhaltskosten niedriger als bei einem Velo mit elektrischer Unterstützung, da sich E-Bike-Komponenten durch die höhere Geschwindigkeit schneller abnutzen.

Allerdings werden mit E-Bikes deutliche weitere Strecken zurückgelegt als mit einem normalen Velo. Das spiegelt sich auch im geringeren Unterschied bei Kilometerkosten wider.

Ein Spezialfall bildet das E-Cargobike. Da Lastenräder in der Anschaffung und im Unterhalt vergleichsweise teuer sind, aber damit meistens jedoch keine weiten Distanzen gefahren werden, fallen die Kilometerkosten hoch aus.

Umkehrt bei Elektroautos

Die neusten Zahlen des Bundesamtes für Energie zeigen, dass es sich bei Elektroautos genau umgekehrt verhält. Ein Elektroauto ist zwar in der Anschaffung teurer, jedoch im Unterhalt deutlich günstiger als Hybridautos oder gewöhnliche Autos mit Verbrennermotor.

Tatsächlich amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten über den Verlauf von 8 Jahren, sodass die Fahrkosten pro Kilometer am Ende deutlich tiefer ausfallen als bei Diesel- oder Benzinfahrzeugen.

Ist E-Bike-Fahren teurer als Autofahren?

Da mit einem Auto durchschnittlich 15'000 Kilometer im Jahr gefahren werden – gegenüber 2000 Kilometern mit einem E-Bike bis 25 km /h oder 2600 Kilometer mit einem schnellen E-Bike bis 45 km/h Unterstützung – ist eine Fahrt mit einem Kleinwagen pro Kilometer etwa 5 bis 10 Rappen günstiger als mit dem E-Bike.

Das gilt aber nicht, wenn das kleine Auto jeweils nur für kurze Distanzen – dreiviertel aller Fahrten zum Einkaufen sind kürzer als 5 km – benutzt wird, die auch mit dem Velo hätten zurückgelegt werden können.

Wenn sich die durchschnittlich gefahrene Kilometerzahl nur schon um 1800 Kilometer auf 13'200 pro Jahr verringert, haben sich die Kilometerkosten bereits angeglichen.

Je mehr Kilometer, desto billiger

Je häufiger ein Fahrzeug gefahren wird, desto günstiger wird der gefahrene Kilometer, da die Anschaffungs- und die jährlichen Kosten in etwa gleichbleiben.

Werden mit einem Velo aber statt der durchschnittlichen 2000 Kilometer 4000 Kilometer gefahren, halbieren sich die Kosten gemessen an der zurückgelegten Strecke.

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