Mehr Velos aus Europa

Wenn es um den Umsatz geht, ist Pon.Bike der grösste Velohersteller der Welt. In Litauen will das Unternehmen nun eine neue Fabrik eröffnen, in der bis zu 600'000 Fahrräder pro Jahr gebaut werden können.

Laurens van Rooijen, Autor

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@gmx.ch)
News, 27.01.2022

Pon.Bike ist ein Ableger des niederländischen Volkswagen-Importeurs. Zum Portfolio des Unternehmens gehören bekannte Marken wie Gazelle, Kalkhoff, Focus, Cervélo, Santa Cruz, Urban Arrow und der Zubehörspezialist BBB Cycling.

Ende 2021 kamen durch die Übernahme von Dorel Sports noch die Marken Cannondale, GT, Mongoose und Schwinn dazu. Zudem mischt der Pon-Konzern mit Swapfiets und Lease a Bike auch im Leasinggeschäft mit.

Schätzungen gehen davon, dass Pon.Bike mit all seinen Marken einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr erzielt und damit sogar die Giant Group in den Schatten stellt.

Pon stärkt die Fertigung in Europa

Weltweit beschäftigen die Niederländer 2400 Angestellte. Abgesehen von der Fertigung in Fernost verfügt der Konzern über eine moderne Fabrik in Dieren (Niederlande), zudem wird aktuell in Cloppenburg eine neue Fabrik hochgezogen.

Um sich für die deutlich erhöhte Nachfrage zu wappnen und mehr Velos in Europa zu produzieren, baut Pon.Bike die Fertigungskapazitäten weiter aus. Dazu wird bis 2024 in der Sonderwirtschaftszone der litauischen Kleinstadt Kedainiai eine Fabrik hochgezogen. In dieser sollen während der ersten drei Jahre rund 300 Personen und schliesslich bis zu 500 Mitarbeitende beschäftigt werden.

Strategisch günstiger Standort

Die geplante, jährliche Produktionskapazität der neuen Fabrik in Litauen gibt Pon.Bike mit 600'000 Velos an. Den Ausschlag für die Investition in Litauen gaben laut Unternehmenssprecher Jacques Geijsen die politische Stabilität, die Rahmenbedingungen für Unternehmen sowie die Verfügbarkeit qualifizierter und motivierter Arbeitskräfte.

Dazu kommen die logistisch günstige Lage nahe des regionalen Zentrums Kaunas und die für Unternehmen in der Sonderwirtschaftszone geltenden, tiefen Steuerkonditionen. So werden während der ersten sechs Jahre gar keine Steuern und während der folgenden zehn Jahre nur die Hälfte der landesüblichen Steuern auf Betriebsgewinne fällig.

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